Kultur beißt nicht, Frau Merkel!

15.11.2005: Angesichts der fehlenden Kulturpolitik im Koalitionsvertrag von Union und SPD fordert die GRÜNE JUGEND mehr Mut und Offenheit gegenüber der Kulturpolitik:

Die GRÜNE JUGEND blickt mit Unverständnis auf die ganz offensichtlich kulturblinde große Koalition. Kulturpolitik darf nicht nur im Wahlkampf erwähnt und gefördert werden, um dann in der politischen Umsetzung in Vergessenheit zu geraten. Kulturpolitik heißt Kulturförderung! Dies trauen sich die beiden GroßkoalitonärInnen scheinbar nicht - oder es fehlt ihnen am kulturellen Verständnis. Die GRÜNE JUGEND hält deshalb auch weiterhin am Staatsziel Kultur fest und fordert auch aus der Oppositionsrolle heraus die Verankerung dessen im Grundgesetz. Kultur beißt nicht, vielmehr küsst sie einen mit Bildung, Wissenschaft, Kunst und Medien!

Die GRÜNE JUGEND steht auch trotz des zu erwartenden kulturellen Stillstands in der Bundesrepublik für eine offene, moderne Kulturpolitik, die besonders auf Subkulturen eingehen muss und deren Förderung voran treibt. Denn die sogenannte "Förderwürdigkeit" darf nicht nur etablierte Theater- und Opernhäuser treffen, sondern muss mutig neue junge KünstlerInnen fördern, um nicht auf einem Flecken stehen zu bleiben.

Kultur ist im ständigen Wandel, doch wer blind für den Wandel ist, kann Kultur gar nicht erkennen! Gerade junge KünstlerInnen müssen in den nächsten Jahren stärker gefördert werden, damit diese nicht in Perspektivenlosigkeit verkommen. Potentiale haben wir in der Bundesrepublik bei den Menschen genug, scheinbar scheitert es noch am Willen der Politik von Schwarz-Rot. Dies bedauert die GRÜNE JUGEND!

Große Enttäuschung äußert die GRÜNE JUGEND gegenüber SPD und Jusos, die in ihrem Wahlmanifest nicht nur in der Frage der Mehrwertsteuer schwarz auf weiß versagt haben, sondern auch die Kultur als "Lebensmittel" bezeichnet haben, welche als Staatsziel im Grundgesetz verankert werden sollte.

Leider sind diese Forderungen genauso wenig in den Koalitionsvertrag eingeflossen wie die Versprechen, die Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen.