"Her mit der Utopie!"
13.05.2009: Rede von Kathrin Henneberger, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND, auf der BDK vo Bündnis 90 / Die Grünen in Berlin.
Hätte die große Koalition nur einen klaren Gedanken würde sie fordern: Her mit der Utopie! Und nieder mit den Kompromissen!
Denn die Krisen zeigen uns – wir brauchen eine neue grüne Gesellschaft. Das neoliberale Wirtschaftsystem hat versagt.
Unsere Welt heute dreht sich um Krisen. Krisen, die nicht da sein bräuchten. Krisen, die überflüssig sind.
Am 7.Juni und 27. September müssen wir für ein starkes grünes Ergebnis streiten. Damit unsere Utopien einer solidarischen und ökologischen Gesellschaft endlich global wie national Wirklichkeit werden.
Jenen die uns, angesichts unserer Forderungen, abschätzig anlächeln – lächeln wir entschlossen entgegen und sagen: Eure Politik hat uns drei große Krisen beschert. Unsere Politik schafft eine neue, gerechte Gesellschaft.
Gerade wir, die jungen Menschen müssen dafür laut auf die Straße gehen und die Parlamente erstürmen. Denn es geht nicht nur um heute - es geht um unsere Zukunft.
Es geht um die Frage in welcher Welt wir leben wollen. Ich sage: nicht in der von heute!
In der Millionen Menschen Hunger leiden, keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung haben. In der ein kleiner, reicher Teil der Weltbevölkerung auf Kosten des weitaus größeren und ärmeren Teils der Weltbevölkerung lebt.
In der Ressourcen ausgebeutet und die Umwelt zerstört wird - ohne Rücksicht auf zukünftige Generationen.
Diese Welt- in der nur der Profit und Gewinnmaximierung von Bedeutung ist - ist nicht meine Welt. Und kompromisslos möchte ich gegen sie streiten.
Denn der Einsatz für Menschenrechte und Klimaschutz kennt keine Kompromisse. Und Klimaschutz ist ein Menschenrecht.
Die Atmosphäre gehört allen Menschen gleich - alles Leben auf der Erde ist von ihr abhängig. Mit dem übermäßigen Ausstoß an Treibhausgasen wracken wir die Zukunft ab - und bedrohen die Existenz von Menschen. Nicht erst morgen - sondern schon heute.
Es ist Zeit für neue Utopien zu streiten - und sie Wirklichkeit werden zu lassen. Das verstehe ich als die Aufgabe meiner jungen grünen Generation.
Wenn nicht jetzt, wann dann. Wenn nicht wir, wer dann soll streiten für eine Gesellschaft, in der jedes Kind bedingungslos gesichert ist und die gleiche Chance auf gute Bildung erhält. In der jeder Mensch, unabhängig von seiner finanziellen Situation ökologisch leben kann. In der die Art wie wir Wirtschaften, Produzieren und Konsumieren komplett umgestellt wird. Ein Wirtschaftsystem, das nicht nur mit ökologischen und sozialen Schranken gesteuert wird, sondern das von Anfang an ökologisch und sozial produziert.
Eine Welt, die aktiv den Hunger bekämpft. In der die Industrieländer sich ihrer Verantwortung endlich stellen und Fairness den Welthandel bestimmt.
Die große Koalition macht das Gegenteil. Statt die Konjunkturpakete zunutzen, wrackt sie endgültig unsere Zukunft ab. Südkorea schafft es 80% seines Konjunkturpaketes in grüne Technologien zu investieren. Deutschland liegt bei 13 % im letzten Paket. Und darin enthalten ist auch noch die Abwrackprämie, über deren ökologischer Sinn gestritten werden kann. Sollte das Geld nicht besser in Fahrrad, Bus und Bahn investiert werden? Sollte es nicht genutzt werden schnellstmöglich das Ziel 100% Energie aus erneuerbaren Energien zu erreichen?
Und sollte mit den vielen Milliarden von Euro nicht unser Bildungssystem umgestellt werden? Investitionen in ein gerechteres Bildungssystem sind Investitionen in eine gerechtere Zukunft.
Ich freue mich auf einen spannenden Wahlkampf- und ich freue mich auf ein starkes grünes Ergebnis. Wir haben die besseren Konzepte. Wir haben unsere Utopie einer gerechten Gesellschaft für die es sich lohnt Tag für Tag kompromisslos zu streiten.