Auf nach Wien – für ein anderes Bologna!
04.03.2010: Vom 11. bis 14. März wird der Bologna-Prozess 10 Jahre alt. Die BildungsministerInnen aus 47 europäischen Staaten feiern – wir nicht.
Darum sind wir da und engagieren uns bei Demos, Aktionen und dem Gegengipfel, um den MinisterInnen zu zeigen, wie für uns richtige Bildung aussieht. Kommt und macht mit: Auf nach Wien – für ein anderes Bologna!
Wie die Studierendenproteste im vergangenen Jahr zeigten, sind viele unzufrieden mit der Umsetzung des Bologna-Prozesses. Versprochen wurde mehr Mobilität durch bessere Vergleichbarkeit. Umgesetzt wurden verschulte und inhaltlich überfüllte Abschlüsse, hoher Druck, dadurch mehr soziale Selektion und darüber hinaus weniger Mobilität.
Weniger Lust - Mehr Frust!
Auf Anregung von WirtschaftsvertreterInnen kam es – zumindest in Deutschland – zu einer radikalen Studienzeitverkürzung, ohne aber die Inhalte daran anzupassen. Modularisierung und die Einführung eines Punktesystems sollten für bessere Vergleichbarkeit sorgen. Damit wurden die Abschlüsse verschulter – Anwesenheitspflicht und vorgefertigte Studienverlaufspläne sind normal.
Weniger Zeit für dieselben Inhalte und dazu verschiedenste Teilnahmeleistungen, Anwesenheitspflicht und Modulabschlussprüfungen erhöhen den Druck auf die Studierenden ungemein. Zeit für Freizeit, Arbeit oder Ehrenamt schrumpft. Die überregulierte Modularisierung macht die Studiengänge weniger vergleichbar als vorher. Mehr Mobilität ist also nicht drin. Der starke Druck nimmt den Studierenden auch jegliche Lust, woanders zu studieren. Ein kritisches Studium und ein „über den Tellerand schauen“ ist kaum noch möglich.
Die Unvereinbarkeit von Studium und Job führen aber auch zu einer verstärkten sozialen Selektion – entweder die Eltern können einen durchs Studium füttern oder das Studium leidet neben dem Job. Zugangsbeschränkungen für den Master und die Einführung von Studiengebühren verschärfen das Problem.
Die GRÜNE JUGEND steht hinter einem europäischen Hochschulsystem – die Frage ist also nicht ob Bologna, sondern wie. Eine Möglichkeit, Antworten darauf zu finden, bietet der Gegengipfel zur Bologna-Jubiläumsfeier in Wien. Mit Workshops, Aktionen und Demonstrationen weisen wir auf unsere Unzufriedenheit hin. Aber bei einem Nein bleiben wir nicht stehen: Wir wollen den BildungsministerInnen zeigen, was wir wollen. Und dass ein ganz anderes Bologna möglich ist.
Mehr Infos: bolognaburns.org/
Beschluss des Bundesausschuss der GRÜNEN JUGEND: www.gruene-jugend.de/beschluesse/670914.html
Oder: franza.drechsel(at)gruene-jugend.de (mit Schlafplätzen können wir euch versorgen, um eure Fahrt müsst ihr euch selbst kümmern)