Fachforum Nahost gegründet
14.03.2010: Vom 5-7 März trafen sich 20 Mitglieder der Grünen Jugend in Leipzig zum ersten Seminar des Fafos Nahost. Dort wurde eine Einführung in den Nahost Konflikt gegeben. Ein Bericht von Beat Seemann.
Los ging es am Freitagabend mit einem leckeren veganen Abendessen. Nachdem alle gestärkt waren gab es eine längere Vorstellungsrunde, wo unter anderem die unterschiedlichen Wissensstände der TeilnehmerInnen ausgetauscht wurden. Jetzt zeigten Jan und Jonas Bilder des letztjährigen Israelaustauschs. Zusammen mit interessanten Geschichten wurde uns das Land vorgestellt. Schon zu relativ später Stunde wurde debattiert, welcher Film nun geschaut werden sollte. Wir entschieden uns für eine „Hart aber Fair“-Diskussion mit Frank Plasberg zum Thema „Blutige Rache in Gaza“ aus dem Januar 2009. Fünf ältere Männer behielten ihre Standpunkte und gingen wenn überhaupt durch unfreundliche Bemerkungen auf die Mitdiskutanten ein. Nun war es kurz vor Mitternacht und wir brachen auf zu unseren Schlafquatieren. Am nächsten Morgen erschienen alle pünktlich um 10 Uhr, denn der einzige externe Referent war gekommen. Christian Sterzing, ehemaliger MdB und langjähriger Leiter der Heinrich Böll Stiftung in Ramallah. Er berichte von seiner Arbeit dort und ging näher auf die Geschichte des Konfliks ein. Nach informativen drei Stunden war wieder einmal Essen angesagt. Mittlerweile waren alle Teilnehmer angereist. Nach dem Essen hatte Tobias einen Workshop vorbereitet. Es ging um die aktuelle Situation in Israel und Palästina. In Gruppen wurden verschiedene Sichtweisen beleuchtet und mehr oder weniger komplexe Texte gelesen. Am Ende wurde alles zusammengetragen und von den einzelnen Gruppen vorgestellt. Der Konflikt ist leider weiter im Gange und momentan ist keine friedliche Lösung in Sicht. Nach einer kurzen Raucherpause hielt Franz einen Vortrag zum israelbezogenen Antisemitismus. Leider gibt es vorallem unterbewussten Antisemitismus und alte Stereotypen werden noch immer auf Israel übertragen. Dieser ist in der Welt noch immer weit verbreitet. Später, nachdem wir wieder einmal gespeist gab es eine Podiumsdiskussion mit VertreterInnen aus der GJ über verschiedene Aspekte des Konflikts. Darunter der Siedlungsbau, Antisemitismus, die palästinensischen Akteure, deutsch-israelische Beziehungen und der Friedensprozess. Die Ansichten reichten von „es wird dort nie Frieden geben“, da sich die drei Weltreligionen in Jerusalem immer wieder bekriegen werden. Eine andere Meinung war, dass mensch ohne Hoffnung auf Frieden erst gar keine Politik machen sollte. In der Grünen Jugend selbst sollen nun nicht mehr nur selbsternannte Experten Positionspapiere austauschen, sondern alle in die Debatte eingebunden werden. Nach zweistündiger Diskussion ging es in eine Leipziger Kneipe zum Feiern. Als alle nach Hause fahren wollten, kam der Nachtbus nicht und so landete man dann doch im Dönerladen und aß eine leckere vegetarische Falafel. Sonntag schien nun wieder die Sonne auf den freitags gefallenen Schnee und wir setzten unser Seminar fort. Zu diesem Zeitpunkt waren schon einige TeilnehmerInnen wieder abgereist. Trotz allem entstand eine ausführliche Debatte über den Fafonamen. Schließlich entschied man sich für FaFo Nahost. Knapp dahinter folgte Fafo Middle-East. Sofort wurde eine Facebook Gruppe gegründet. Jetzt erarbeiteten wir noch unser Selbstverständnis, die Themen für 2010 und Anderes Fafotechnisches. Nach einem letzten total genialen Essen stiegen auch die letzten verbliebenen GJler in die Züge und fuhren gen Heimat. Auf jeden Fall war es ein super Seminar und es hat sich gelohnt dieses Fafo zu gründen.
| Das Fachforum Nahost möchte sich vor allem den Themen Nahostkonflikt, Antisemitismus, Erinnerungskultur und der Region Naher Osten widmen. Zudem organisiert das FaFo den nächsten Austausch der GRÜNEN JUGEND nach Israel. Die aktuellen KoordinatorInnen sind Theresa Reintke und Christoph Müller. |