Nasse Socken und fliegende Zelte

19.08.2002: Bericht vom Grüne Jugend-„Sommercamp“ in Beckerwitz (nahe Wismar).

Bericht vom „Sommercamp“ in Beckerwitz (nahe Wismar), von Katrin Rönicke. Strahlender Sonnenschein, gute Laune und viel Motivation – das alles gab es noch, am Nachmittag des ersten Tages in Beckerwitz. Doch kaum kamen die frühen Abendstunden und die ersten Besucher des Camps, zogen dicke Wolken auf und kündeten kommendes Unheil an.

Das kam prompt: Es war mitten in der Nacht, gegen vier Uhr, als der Herdenführer Markus seine Blase spürte. Nachdem er seinen massigen Körper aus seinem Zelt herausgewuchtet hatte, wurde er des grauenhaften Bildes ansichtig. Das Küchenzelt machte sich aus dem Staub, die Utensilien, die es schützen sollte verteilten sich über den Platz. Drei tapfere HeldInnen versuchten zu retten, was noch zu retten war. Einzig der Kühlschrank ragte wie der Fels in der Brandung aus dem Chaos hervor, wenn man ihn öffnete brannte gar das Licht. Mit Planen wurde provisorisch alles zugedeckt und dann wieder in die Zelte gekrochen.

So begann eine Woche voller Matsch und nasser Socken. Während Donnerstag noch einige eintrudelten, fiel Freitag leider der Workshop der Globalisierungskritiker von attac aus; interne Unklarheiten. Doch die Jungs von der deutschen Esperanto-Jugend, die auf einem Tandem angeradelt kamen, bereiteten den begossenen Pudeln des Camps viel Freude. Mal sehen ob Christina und Britta nun wirklich ein Fachforum Esperanto ins Leben rufen. Sie waren, wie die anderen auch, völlig begeistert. Am Sonntag kam Eike, vom Bund Deutscher PfadfinderInnen, der uns zu einem Rollenspiel mit Atomlobby und Regierung, ergänzt durch einige hitzköpfige AktivistInnen, animierte. Das Wochenende war somit das Highlight des Camps. Ab Montag begeisterte unter anderem das Verbuddeln unserer kleinen Schatzkiste, die wir nie wieder finden werden, denn mit Blechschüssel und Tasse kommt mensch nicht so tief in den Sand am Strand, und die Steine, die oben drauf liegen, halten allenfalls bis zum nächsten großen Sturm der Sorte „Küchenzelt-Wegfeger“.

Was bleibt: Es war ein denkbar schlechter Zeitpunkt für ein Sommercamp und die Stimmung war oftmals nicht die beste. Doch mit Uno, viel Humor und Genussmitteln haben wir versucht das beste draus zu machen. Einige wollen nie wieder nach Beckerwitz – ich aber sage: im August ist auch in Mc-Pomm das Wetter besser, und in Bayern gibt es keine Ostsee!

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