Wo bleibt die Leidenschaft?

03.06.2002: Allgemeine Kritik an Extra-SPUNK zum Bundestagswahlkampf (Ausgabe 33) von Steffen Müller aus München.

[...] Ich habe den Spunk in der tageszeitung gelesen und mich anschließend gefragt, ob es bei euch eigentlich Leute gibt, die keine Abiturienten sind. Und dann fleißige Studenten werden, die sich wohl auf eine Parteienkarriere freuen. [...] Man merkt am allgemeinen Ton die zunehmende „Professionalität“ der Grünen von heute und die Tipps die euch ältere Parteimitglieder wahrscheinlich gegeben haben. Eigenlob stinkt nicht mehr und wir sollen euch natürlich schön brav wählen. Wo bleibt die Leidenschaft?

Was ich an der Politik im Allgemeinen und speziell an ihrer Darstellung in den Medien immer vermisst habe, ist Sachlichkeit die nachprüfbar ist. Es wird mit vielen Eigenschaftsworten um sich geschmissen, aber wo kann ich lesen, dass zum Beispiel die Deutschen Weltmeister im Telefonabhören sind, ohne Student der Medienpolitik zu sein?

Glaubt es oder nicht. Um den Menschen auf der Straße zu erreichen muss man glaube ich schon auffälliger agieren um dann im zweiten Satz wirklich sachlich zu werden.

Warum eure Forderungen mal nicht im Bild-Zeitungsstil? Mag sein, das es nicht unbedingt ästhetisch ist, aber so ist (Medien-)Kunst heutzutage eben. Ihr habt die richtigen Inhalte und Forderungen, also BRÜLLT sie bitte heraus. Ansonsten schafft ihr es wenn ihr euch anstrengt in ein Paar Jahren höchstens zum gesichtslosen Berufspolitiker von heute, den kein Mensch kennt, außer dem Klüngel, den er um sich hat und auch Freunde sind ein Klüngel. Wie die Tochter eines der Grünen-Mitbegründer, heute Schauspielerin, einmal sagte: die Aufbruchsstimmung ist weg, auffällige Aktionen wie zum Beispiel von Greenpeace gibt‘s nich mehr.

Ich finde eure Zeitung kommt nicht viel über einen netten Schülerzeitungscharakter hinaus. Das Logo find ich noch ganz nett, wenn auch recht unauffällig im Vergleich mit anderen Logos von Altersgenossen in Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs), Antifas etc. [...]

[...] Bleibt wie ihr seid aber ändert euch trotzdem, zum Beispiel euer Erscheinungsbild. Vielleicht lese ich dann auch mal etwas aufmerksamerer die Inhalte. - Steffen Müller, München

SPUNK Ausgabe 33

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