Fair Trade Woche 2007

03.09.2007: Vom 17. bis 30. September findet in Deutschland die Faire Woche 2007 statt. Damit auch die GJ mit möglichst vielen Aktionen präsent ist, hat das Fachforum Europa und Internationales einen Aktionsreader mit vielen Ideen und nützlichen Tipps für Orts-, Kreis- und Landesverbände erstellt. Vorab ein paar Fakten von Laura Appeltshauser.

Die Faire Woche 2007

Die Faire Woche 2007 steht unter dem Motto "Afrikanissimo - Entdecke die Vielfalt" und wird von verschiedenen Organisationen des Fairen Handels unterstützt, z.B. der Siegelinitiative Transfair, dem Weltladen-Dachverband, verschiedenen Importeuren wie gepa und El Puente und vielen mehr. Koordiniert wird das ganze vom Forum Fairer Handel, der Netzwerkorganisation des Fairen Handels in Deutschland. Die Faire Woche findet bereits zum fünften Mal statt und umfasst unzählige Aktionen, Veranstaltungen und Events in vielen deutschen Städten. Einen Terminkalender liefert der Internetauftritt der Fairen Woche unter www.faire-woche.de/termine.html wo ihr mehr über Fair-Trade bei euch in der Nähe erfahren könnt. Macht also auch ihr mit eurem Kreisverband, Ortsverband, Berirksverband oder Landesverband mit, oder besucht eine der vielen interessanten Veranstaltungen! Der Aktionsreader des Fachforums Europa und Internationales liefert euch viele kreative Anstöße. Führt eine Aktion durch, motiviert Leute zum mitmachen und vernetzt euch mit euren Fair-Trade-Akteuren vor Ort. Das Fachforum Europa und Internationales und die Grüne Jugend freut sich auf eure Berichte und Bilder für die Homepage!

Der Faire Handel

Im Gegensatz zu den Weltmarktpreisen des Freien Handels beruht der Faire Handel auf höheren Preisen. Dadurch werden Sozial- und Umweltstandards garantiert, die wiederum den ProduzentInnen ein angemesseneres Einkommen ermöglichen. Die vier internationalen Dachorganisationen des Fairen Handels (FLO, IFAT, NEWS! und EFTA = FINE) definieren den Fairen Handel wie folgt:

"... eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen - insbesondere in den Ländern des Südens - leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair Handels-Organisationen engagieren sich - gemeinsam mit VerbraucherInnen - für die Unterstützung der ProduzentInnen, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels."

Damit ein Produkt "fair" ist, unterliegt es natürlich bestimmten Kriterien wie faire Preise, Mehrpreis für Weiterentwicklung, Transparenz, Umweltverträglichkeit, demokratische Organisation, Kontinuität, non-for-profit Charakter und viele mehr. Die Standards stellt die Fairtrade Labelling Organisations International (FLO) auf. Vergeben wird das Fair-Trade-Label in Deutschland von der Siegelorgansation TransFair, die jedoch selber keine Produkte vertreibt. Dafür sind die Importeure zuständig, entweder Unternehmen, die sich auf den Fairen Handel spezialisiert haben (wie gepa und El Puente) oder konventionelle Betriebe, die nur einige fair gehandelte Produkte führen. Die Importeure unterhalten Handelsbeziehungen mit den Kooperativen und Genossenschaften der ProduzentInnen, beim Fairen Handel geht es aber auch besonders darum, kleinbäuerliche Familien zu fördern. In Deutschland sind die fairen Kaffeebohnen, Bananen, Teppiche und Schokoriegel dann in den Weltläden erhältlich, außerdem in manchen konventionellen Supermarktketten und den Online-Shops der Weltläden. So verzeichnet der Umsatz in den letzten Jahren eine Steigerung von zwischen 15 und 20%. Dieser Trend ist allerdings relativ neu, die Fair-Trade-Bewegung gibt es schon seit den sechziger Jahren. Doch erst als in den achtzigern eine breitere Palette an landwirtschaftlichen Produkten angeboten wurde und in den neunziger Jahren die ersten Siegelinitiativen entstanden, konnte der Faire Handel seinen Umsatz steigern. Inzwischen belegen mehrere Studien die positiven Auswirkungen des Fairen Handels, dass die Herstellungsgenossenschaften beispielsweisen einen größeren politischen Einfluss haben und KleinbäuerInnen des Fairen Handels besseren Zugang zu Ausbildung und allgemein einen höheren Lebensstandard haben.

Fairer Handel ist also ein Paradebeispiel für gelungene Nord-Süd-Partnerschaften, das unbedingt noch mehr Beachtung finden muss. Tragen wir also als Grüne Jugend mit unseren Aktionen dazu bei!

Zugehörige Dateien:
Muster-PM Faire Woche 2007Download (7 kb)
Aktionsreader Faire Woche 2007Download (24 kb)