Die Straßen den Menschen!
15.09.2008: Reader zur Autofreien-Woche
18. - 24.September 2008
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2. PARKing-Day 3. WorldCarFreeDay 4. Aktionsvorschläge 4.1 Parks statt Parkplätze 4.3 Kostenloser ÖPNV 5. AnsprechpartnerInnen
Liebe Freundinnen und Freunde,
Verkehr ist ein Problem! Wie ihr wisst, steigt der Protzentsatz des Individualverkehrs kontinuierlich - warum eigentlich? Ist der 'Öffentliche Personen NahVerkehr' nicht gut genug ausgebaut, ist er den Menschen zu teuer? Ist es einfach aus Bequemlichkeit oder weil sich Mensch dadurch unabhängiger fühlt?
Das kennen wir doch alle, aber wo ist hierbei unser Problem? Verkehr trägt mit seinen Emissionen zu einem erheblichen Teil zum Klimawandel bei. Des weiteren, werden passiv, in Zusammenhang mit dem Verkehr Straßen gebaut - also Fläche versiegelt. Dies bedroht unter anderem ebenso wie der Klimawandel die Artenvielfalt auf unserem Planeten. Spürbar für uns ist dies erstmals nicht, erst wenn der Mensch sich in seinem Lebens- und Wohnumfeld eingeschränkt fühlt, wird er tätig. So lange dürfen wir aber nicht warten.
Auf Gund der Gegebenheiten und des am 19.September stattfindenden PARKing-Day's sowie des am 22.September stattfindenden World Car Free DAY's fordert die GRÜNE JUGEND alle auf, sich aktiv für einen besseren ÖPNV, für lebenswertere und vor allem autofreie Städte und Dörfer einzusetzen. Wir brauchen auch innerhalb der Siedlungsgebiete 'Grüne Lungen' in denen wir uns erholen können, in denen die Artenvielfalt geschützt wird.
Doch diese 'Grünen Lungen' reichen nicht aus. Vor allem Städte haben meist eine guten ÖPNV, der in Kombination mit Rad und Fuß - den motorisierten innerstädtischen Individualverkehr überflüssig macht. Es würde der Natur und uns Menschen gut tun, wenn wir autofreie Städte hätten. Lärm- und Schädstoffbelastung treffen nicht nur uns, sondern auch die Vielfalt der Natur vor Ort!
Wir fordern 'Grüne Städte'! Was soll das sein? Wir meinen damit nicht Städte, die von Grünen BürgermeisterInnen und Räten regiert werden. (Dies wäre für uns zwar ganz angenehm, aber brauchen wir das?) Wir wollen Städte, in denen es viele Grünflächen und Parkanlagen gibt - nicht nur grüne Gürtel um die Innenstadt - sondern vorallem grün in der ganzen Stadt oder dem ganzen Dorf. Natur bereichert uns, es entspannt uns und der Blick in eine begrünte Straße erfreut uns. Die Lebens- und Wohnqualität in den Städten würde sich deutlich verbessern.
Die Stadt als 'Grüne Lunge' - geht das überhaupt? Vielleicht nicht ganz, aber je mehr Grünanlagen eine Stadt hat, desto angenehmer ist es dort auch zu arbeiten und zu leben. Pflanzen reinigen die Luft und sorgen für frischen Sauerstoff. Im Sommer sorgen sie für Frische und verhindern, dass sich Siedlungsgebiete all zu schnell aufheitzen. Grünflächen laden aber auch zum verweilen und flanieren ein. Die Einkaufstraße in grün - wäre dies nicht ein Traum? Des weiteren senken sie auch die Lärmbelastung. So viele Vorteile haben sie und trotzdem passiert nur so wenig!
Gemeinsam fordern wir dies und könne es auch schaffen! Die Mentalität der Menschen lässt sich verändern - die Lebensqualität würde steigen und die erhöhte Artenvielfalt würde jede Stadt bereichern.
PARK(ing)-DAY
Der PARK(ing) DAY ist ein weltweit stattfindendes Event im Rahmen des autofreien Tages und findet am 19.September statt. Es werden unter anderm Parkplätze in grüne öffentliche Parkräume verwandelt, um für eine alternative Nutzung des öffentlichen Raumes zu werben.
World Car Free Day
Der World Carfree Day ist der 22. September. Jedes Jahr um den 22. September finden auf der ganzen Welt Aktionen für autofreie Städte und für eine andere Mobilität statt. In der Woche um den World Carfree Day ist seit einigen Jahren auch die European Mobility Week, in der die EU offiziell dafür wirbt, das Auto doch mal stehen zu lassen.
Eine andere Mobilität ist dringend nötig. Der Klimawandel und die Tatsache, daß das Erdöl irgendwann ausgehen wird, sind Gründe, warum wir auf Autos besser verzichten sollten. Der hohe und ineffiziente Energieverbrauch durch motorisierten Individualverkehr ist ein Punkt, an dem viel Energie und viele Treibhausgase eingespart werden könnte. Doch selbst wenn wir die perfekte Autos und unendlich saubere Energie hätten, hätten wir gute Gründe, uns für autofreie Städte einzustetzen. In den meisten deutschen Städten ist mehr Fläche für das Abstellen von Autos verbraucht als für Spiel- und Sportplätze zur Verfügung steht. Die Dominanz des Autos auf den Straßen, den öffentlichen Orten schlechthin, verhindert, daß sich dort Menschen treffen. Drastisch ausgedrückt: Hätte es 500 vor Christus in Athen Autos gegeben, wäre die Demokratie dort nicht entstanden. Insbesondere Kinder, Behinderte und die weniger rüstigen unter den SeniorInnen sind benachteiligt, weil der meiste öffentliche Raum am Auto ausgerichtet wird. Wir müssen uns außerdem anschauen, wer davon profitiert, daß der Staat viel Geld für den Bau und Erhalt des Straßennetzes ausgibt. Wer nicht Auto fährt, weil er/sie zu jung oder zu alt ist, behindert ist, nicht Auto fahren will oder es sich einfach nicht leisten kann, hat nichts von den vielen Straßen und Autobahnen. Wir müssen also in der Verkehrspolitik umsteuern, für eine gesündere Umwelt, für eine lebendigere Demokratie und Kultur und für mehr soziale Gerechtigkeit.
Der World Carfree Day bietet einen Anlaß, Aktionen dafür zu machen. Doch macht sie nicht einfach für euch allein. Schickt einen Bericht von eurer Aktion an worldcarfreeday@worldcarfree.net und an carfreeday@gruene-jugend.de. Das World Carfree Network (WCN) versucht, einen Überblick über die Aktivitäten auf der ganzen Welt zu bekommen. Ihr seid Teil einer globalen Bewegung! Beim WCN findet ihr auch Verbündete: In Deutschland sind die Grüne Jugend, Autofrei Leben, Green City und Autofrei Wohnen Mitglieder des WCN. Sprecht vor Ort mit den Menschen und Initativen!
2008 sollte es nicht anders sein.
Aber wir wollen nicht nur diese beiden Tage feiern und dann zum "normalen" Leben zurückkehren. Wenn die Menschen aus ihren Autos aussteigen, sollten sie auch draußen bleiben. Es liegt an uns, an unseren Städten und unseren Regierungen, mitzuhelfen einen permanenten Wechsel zu erzeugen, der Fußgängern, Radfahrern und anderen Menschen, die nicht Auto fahren, Vorteile verschafft. Laßt die Autofrei Woche ein Schaufenster sein, wie unsere Städte aussehen könnten, wie sie sich anfühlen könnten, wie sie klingen könnten - ohne Autos, an 365 Tagen im Jahr. Während sich das Klima aufheizt, ist die Autofreie Woche die perfekte Gelegenheit, den Planeten von dieser Aufheizung zu entlasten, und den Stadtplanern und Politikern die Verantwortung zur Prioritätensetzung für Laufen, Radfahren und Öffentlichen Verkehr anstatt für das Automobil zu übergeben.
Parks statt Parkplätze
Diese Aktion könnt ihr wunderbar am PARKing Day nutzen, da dieser den Hintergrund hat, versiegelte Fläche aufzubrechen und zu begrünen. Also das Mensch sein Wohnumfeld auch wohnbar machen soll. Die Steigerung der Lebensqualität ist vor allem in Städten ein wichtiger Aspekt. Was braucht ihr dazu? Um die versiegelte Fläche zu begrünen eigenet sich am besten Rollrasen, doch diesen zu besorgen ist nicht ganz einfach! Deswegen kann man ja auch einen grünen Teppich verwenden. In Kombination mit großen Zimmerpflanzen, die ihr entweder selbst von Zuhause mitbringt oder euch in einer Gärtnerei kauft, entsteht so ein kleiner Park. Ausgestalten könnt ihr diesen noch mit einigen Hockern oder Liegestühlen geg. auch einer Hängematte, die die PassantInnen zum verweilen einlädt. Beispiele hierzu findet ihr unter www.parkingday.org.
Kostenloser ÖPNV
Schwarzfahren legalisieren - oder doch eine Petition an die kommunalen Vertreter richten. Dies müsst ihr euch überlegen. Macht einen Infostand am Busbahnhof an einem U-/S-Bahnkreuz oder an einm Bahnhof und fordert kostenlosen bzw. vorerst mal einen kostengünstigeren ÖPNV. Dies könnt ihr wunderbar mit Klimaschutzzielen sowie den verschieden Aspekten der sozialen Gleichberechtigung begründen. ÖPNV muss attraktiver werden, damit wir die BürgerInnen davon überzeugen können ihn zu nutzen - Individualverkehr muss überflüssig werden!
Flashmob im Kreisverkehr
Sucht einen Kreisverkehr durch den viel Verkehr läuft und eine größere Menge Fahrradfahrer. Fahrt eineR nach dem/der anderen mit dem Fahrrad in den kreisverkehr, aber nicht so schnell wieder raus. Wenn ihr genug Leute seid und einen guten Ort aussucht, könnt ihr den Autoverkehr ein paar Minuten lahmlegen. Fahrt in verschiedenen Richtungen wieder davon und zerstreut euch. Von den GesetzeshüterInnen braucht ihr euch nicht zu fürchten, aber gewarnt sei vor wütenden AutofahrerInnen.
AnsprechpartnerInnen
Wenn ihr noch Fragen habt oder bei der Organisation Hilfe benötigt so könnt ihr euch jederzeit bei folgenden Personen melden:
- Kathrin Henneberger kathrin.henneberger@gruene-jugend.de
- Janek Heß janek.hess@gj-bayern.de
- Karl Bär karl.baer@gruene-jugend.de
- Korbinian Deuchler korbinan.deuchler@gruene-jugend.de
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