GRÜNE JUGEND unterstützt die Hamburger Schulreform
01.06.2010: Beschluss des 34. Bundeskongress der GRÜNEN JUGEND vom 21.-24. Mai 2010 in Göttingen
Die GRÜNE JUGEND spricht sich für die geplante Schulreform in Hamburg aus und ruft alle wahlberechtigten Bürger_innen auf sich beim Volksentscheid am 18. Juli für den Vorschlag der Hamburgischen Bürgerschaft zu entscheiden. Die Schulreform wird nicht nur von allen in der Hamburgischen Bürgerschaft vertretenen Parteien unterstützt, sondern von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis getragen: Gewerkschaften, die Nordelbische evang.-luth. Kirche, SchülerInnenkammer, Elternkammer, Lehrerkammer, Migrant_innenverbände und viele andere Bürgerinitiativen und Stadtteilgruppen haben sich hinter die Reform gestellt. Mit der Einführung der "Primarschule" wird die gemeinsame Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre erhöht. Danach haben die Schüler_innen die Möglichkeit entweder in 12 Jahren das Abitur auf dem Gymnasium zu machen oder auf der neuen Stadtteilschule sowohl ihren Hauptschulabschluss, ihren Realschulabschluss oder in 13 Jahren ihr Abitur zu erwerben. Haupt- und Realschulen werden abgeschafft. Neben diesen strukturellen Veränderungen verfolgt die Schulreform vor allem das Ziel einer neuen Lernkultur in Hamburgs Schulen. So soll stärker auf die Bedürfnisse der einzelnen Schüler_innen eingegangen werden, was unter anderem durch individualisierten Unterricht und halbjährliche Lernentwicklungsgespräche zwischen Lehrer_innen, Eltern und Schüler_innen erreicht werden soll. Außerdem werden die maximalen Klassengrößen gesetzlich einklagbar abgesenkt und das Sitzenbleiben und das Büchergeld abgeschafft. Die GRÜNE JUGEND sieht die Schulreform als ersten Schritt hin zu "Einer Schule für alle" und als qualitativen Fortschritt des Hamburger Schulsystems. Durch die Einführung der 6-jährigen Primarschule werden die Chancen für Kinder aus benachteiligten Familien erhöht. Zusammen mit der Abschaffung von Haupt- und Realschulen und individualisiertem Unterricht wird sich insgesamt die Qualität der Schulen verbessern und mehr Schüler_innen werden die Schule mit dem Abitur abschließen. Wir fordern alle Schulreformgegner rund um die Initiative "Wir Wollen Lernen" dazu auf ihre Position zu überdenken. Ziel muss es sein, eine exzellente Qualität im Schulsystem für alle zu erreichen und nicht nur für eine privilegierte Minderheit. Von einer Verbesserung des Schulsystems wird ganz Hamburg profitieren, da es einen hohen Bedarf an gut ausgebildeten Akademiker_innen gibt. Ängste vor einer höheren Konkurrenz durch Kinder aus bisher benachteiligten Familien sind deswegen vollkommen unbegründet. Die GRÜNE JUGEND verurteilt außerdem die Methoden der Schulreformgegner, die teilweise auf unlautere Methoden zurückgreift, Fakten verdreht oder schlicht Unwahrheiten verbreitet. Auch der Rückgriff auf veraltete Studien oder aus dem Zusammenhang gerissene Studienergebnisse kann nicht Teil einer ernsthaften Auseinandersetzung sein. Alle Schüler_innen und junge Erwachsene in Hamburg rufen wir dazu auf, an der Schüler_innendemo am 3. Juni teilzunehmen. Wir möchten sie auch bitten, an ihren Schulen Werbung für die Schulreform zu machen und das Jugendbündnis rund um SchülerInnenkammer Hamburg, DGB Jugend, GRÜNE JUGEND Hamburg, Jusos Hamburg und die Linksjugend'solid zu unterstützen.
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