Politik muss sich ändern!

21.08.2002: „Als Antwort auf die Shell-Jugendstudie muss sich Politik ändern,“ erklären Anna Lührmann und Ramona Pop. Teilhabe an der Demokratie müsse anders definiert und organisiert werden. Politik muss die drohende Spaltung innerhalb der jungen Generation in „Bildungsverlierer“ und „Bildungsgewinner“ mit Bildungschancen für alle abwenden.

Unsere Generation hat ein neues Politikverständnis. Für uns bedeutet gesellschaftliches Engagement konkret etwas zu verändern, statt über abstrakte Ideologien zu diskutieren. Das ist eine neue Qualität des politischen Handelns,“ erläutert die Abiturientin Lührmann. Obwohl nur 23% der Jugendlichen politisches Engagement als wichtig bezeichnet, könne die Jugend daher nicht als politikverdrossen bezeichnet werden. Denn schließlich seien 76% der Jugendlichen in unterschiedlichen Gruppierungen gesellschaftlich aktiv.

„Als Reaktion auf diese Entwicklung dürfen Politiker nicht anfangen zu meckern, sondern müssen diese neue, konstruktive Form der Partizipation aufnehmen und weiterentwickeln.“ Hierfür schlägt die jüngste, aussichtsreiche Bundestagskandidatin die Einführung von Volksabstimmungen, die Senkung des Wahlalters und die vermehrte Verlagerung von politischen Entscheidungen auf die lokale Ebene vor. „Außerdem sollten Parteien stärker den jugendlichen Pragmatismus übernehmen und ohne ideologische Scheuklappen Lösungen für die aktuellen gesellschaftlichen Probleme finden.“

Als eines der „größten gesellschaftlichen Probleme ihrer Generation“ bezeichnet Ramona Pop die in der Shell-Studie beschriebene Spaltung der jungen Generation entlang der Bildungsfrage. „Bildung ist die neue soziale Frage, die über Aufstieg oder Abstieg entscheidet“. Nahezu die Hälfte der jungen Generation kommt mit den Anforderungen in Schule und Beruf weniger zurecht, die Folge sind Resignation, aber auch Gewalt und Extremismus. „Zentrale Aufgabe der Politik muss sein, die optimistischen und leistungsorientierten Jugendlichen, wie auch die bildungsfernen Jugendlichen zu integrieren“, betont Pop weiterhin. „Bildungschancen für alle“ muss das Konzept sein.

Diese Pressemitteilung wurde anlässlich der 14. Shell-Jugendstudie von der 19jährigen Anna Lührmann, jüngste Bundestagskandidatin von Bündnis 90/DIE GRÜNEN und Mitglied im Bundesvorstand der Grünen Jugend, und der 24-jährige Ramona Pop, Mitglied des Berliner Abgeordneten Hauses und ehemalige Bundesvorstandssprecherin der Grünen Jugend, veröffentlicht.