Realität sticht Vision?!
26.08.2004: Grüne Jugend NRW kritisiert Bütikofers Aussage zu Kinderbetreuung
Zur Aussage des Grünen-Bundesvorsitzenden Reinhard Bütikofer, ein Rechtsanspruch auf einen KiTa-Platz sei unrealistisch, erklärt Sven Lehmann, Sprecher der Grünen Jugend NRW:
"Unrealistisch wird das, was man nicht will. Wenn Reinhard Bütitkofer das Ziel eines Rechtsanspruches auf einen Platz in einer Kindertagesstätte aus den Augen verloren hat, empfehlen wir ihm die Lektüre grüner Beschlusslage.
In den Kindertageseinrichtungen in NRW gibt es gerade mal Plätze für 2,6% der Kinder. Von einer bedarfsgerechten Versorgung kann keine Rede sein. Auch das neue Gesetz der Bundesregierung zum Ausbau der KiTa-Plätze wird daran hinken, dass es eben keinen Rechtsanspruch enthält, sondern die Benachteiligung von Kindern und Familien aus strukturschwachen Kommunen aufrecht erhalten bleibt.
Wir brauchen Visionen und eine Kraftanstrengung in der frühkindlichen Betreuung und Bildung. Das KJHG benennt klar den Anspruch auf einen Betreuungsplatz unter Drei je nach Bedarf. Um dieser Regelung nachzukommen, darf das Ziel eines Rechtsanspruches nicht aus den Augen verloren werden.
Die Finanzierung der kommunalen Träger auch durch den Bund muss gewährleistet werden. Gleichzeitig muss der Kindergarten zur ganztzags geführten Regeleinrichtung aufgewertet werden.
Nur wer den Mut zu Visionen hat, hat auch die Kraft zu kämpfen. Der quantitative und qualitative Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung ist eine der größten Herausforderungen grüner Poltik. Die Grüne Jugend NRW mahnt die grünen FunktionsträgerInnen, dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Vision sticht Realität!"