Mißfelder verspielt die Chancen zukünftiger Generationen

30.11.2004: Zu den Auslassungen von Philipp Mißfelder, Vorsitzender der Jungen Union, im Kölner Stadtanzeiger erklärt Stephan Schilling, Sprecher der GRÜNEN JUGEND:

Der JU-Vorsitzende fordert im Kölner Stadt-Anzeiger: 'Keiner darf mehr in eine deutsche Schule gehen, wenn er nicht Deutsch spricht'. Dazu erklärt Stephan Schilling, Sprecher der GRÜNEN JUGEND:

Union: Ist das Kind in den Brunnen gefallen, lassen wir es drin

"Mißfelders Forderung, 'Keiner dürfe mehr in eine deutsche Schule gehen, wenn er nicht Deutsch spreche' folgt dem alten Prinzip der Union: 'Ist das Kind erst in den Brunnen gefallen, lassen wir es drin'. Natürlich ist es anzustreben, dass jeder und jede, die in die Schule kommt, Deutsch spricht.

Ausbau frühkindlicher Bildung

Daher spricht sich die GRÜNE JUGEND auch für den Ausbau frühkindlicher Bildung und eine Kindertagesstättenpflicht ab dem dritten Lebensjahr aus. Kindern, die von diesen Fördermaßnahmen nicht erreicht wurden, dann aber auch den Zugang zur Schule zu verweigern, ist absurd. Im Gegensatz zu Mißfelder sind wir nicht bereit, Kinder egal welcher Herkunft am Beginn ihres Lebensweges aufzugeben. Stattdessen wollen wir diese Kinder in den ersten Schuljahren besonders fördern.

Nicht die Kinder sind verantwortlich!

Es ist unerträglich, wie Philipp Mißfelder die Verantwortlichkeiten verdreht: Nicht die Kindern sind für schlechte Sprachkenntnisse verantwortlich. Eine OECD-Studie hat ergeben, dass Kinder ausländischer Herkunft im deutschen Bildungssystem besonders schlechte Chancen haben. Daher fordere ich Philipp Mißfelder, sonst 'Vorkämpfer' für die Rechte zukünftiger Generationen, auf, sich auch für die Zukunft ausländischer Kinder einzusetzen. Dazu ist ein multikulturelles, integratives Schulsystem nötig - und nicht mehr Ausgrenzung!

Allgemeine Schulpflicht gilt für alle Kinder!

Und noch eins, lieber Philipp: Glücklicherweise gilt auch für Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen die allgemeine Schulpflicht!"