Schwarz-Gelb handelt erneut gegen junge Schwule und Lesben
29.07.2005: Die neue Landesregierung in NRW zieht ein Handbuch für LehrerInnen zum Umgang mit Homosexualität aus dem Verkehr. Der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND kritisiert dies schwarf:
Gerade sind die Lacher verhallt, unter denen die Unionsabgeordneten den Antrag Schwule und lesbische Jugendliche – Mittendrin statt außen vor (PDF) im Bundestag abgelehnt haben, da blasen die Konservativen zum nächsten Angriff. Doch diesmal befinden sich die AkteurInnen leider in der Regierungsverantwortung. So ist es eine der ersten Amtshandlungen der neuen nordrhein-westfälischen Bildungsministerin Barbara Sommer (CDU), ein Handbuch für Lehrerinnen und Lehrer zum Umgang mit Homosexualität aus dem Verkehr zu ziehen.
Die GRÜNE JUGEND kritisiert diese Handlungsweise auf das Schärfste. Noch immer haben es junge Homosexuelle bei der Entdeckung ihrer Identität oder Kinder homosexueller Eltern in unsere Gesellschaft besonders schwer. Gerade die Schulen als Ort der Persönlichkeitsfindung sind hier in der Verantwortung. Die noch unter der rot-grünen Landesregierung in Auftrag gegebenen Broschüre sollte Hilfestellung für das Lehrpersonal geben, um es auf den Umgang mit Homosexualität besser vorzubereiten.
Die veralterten Moralvorstellungen der CDU werden hier dringend benötigten gesellschaftspolitischen Reformen vorgezogen. Die FPD, die in diesem Sommer wieder als große BürgerInnenrechtspartei an den Christopher-Street-Days in ganz Deutschland teilnimmt, geht wie auch schon in den anderen schwarz-gelb regierten Bundesländern den antilesbisch und -schwulen Kurs der Union völlig schmerzfrei mit.
Angesichts der immer noch eklatanten hohen Selbstmordrate junger homo-, bi-, und transsexueller Menschen ist das Verhalten der nordrhein-westfälischen Landesregierung unverantwortlich. Die GRÜNE JUGEND fordert die Ministerin auf, ihre Entscheidung unverzüglich zurückzunehmen.