Der Sorglosigkeit entgegentreten!

25.11.2005: Im Rahmen der Aids-Gedenk-Woche äußert sich die GRÜNE JUGEND heute zum Themenfeld "Homosexuelle und Aids". Der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND teilt dazu mit:

"Die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist vor allem bei homosexuellen Männern aus Großstädten gestiegen. Über 55 Prozent der Neuinfektionen im ersten Halbjahr 2005 ereignete sich beim Geschlechtsverkehr zwischen Männern. Es ist zu beobachten, dass sich in der schwulen Szene eine 'neue Sorglosigkeit' breitzumachen scheint.

Das Leben mit HIV und Aids hat sich im letzten Jahrzehnt grundlegend verändert: Während noch vor zehn Jahren die Erkrankten innerhalb kürzester Zeit verstarben, können Menschen heute trotz Infektion wesentlich länger und mit einer deutlich gestiegenen Lebensqualität überleben.

Diese positive Entwicklung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Aids auch heute noch tötet und dass das Leben mit HIV/Aids enorme Einschnitte bedeutet. Ein Leben mit Aids ist möglich, aber nur zu einem hohen Preis! Die Pharmaindustrie dagegen scheint derzeit einen "Lifestyle Aids" kreieren zu wollen - es wird der Anschein erweckt, dass ein Leben mit Aids und HIV genauso einfach ist wie vor der Infektion. HIV/Aids und die Nebenwirkungen der Krankheit und der Medikamente werden verharmlost und heruntergespielt. Die GRÜNE JUGEND ruft die Medien auf, nicht länger nur die neusten Medikamente vorzustellen, sondern endlich wieder über das Leben von Betroffenen zu berichten - und das objektiv!

Eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen ist daher auch, dass Nicht-Infizierte aufgeklärt werden. Sie müssen wissen, was es bedeutet, mit HIV oder Aids leben zu müssen. Denn nur wer etwas von den schweren Nebenwirkungen - beispielsweise tägliche Alpträume, regelmäßige Durchfälle oder viele tödliche Wechselwirkungen - der Medikamente weiß, weiß auch, dass ein Leben mit HIV oder Aids trotz modernster Medikamente nicht leicht fällt.

Warum die Bereitschaft zu unsafem Sex in der schwulen Szene derzeit rapide steigt, weiß niemand genau. Dieses wichtige Gebiet wurde in den vergangenen Jahren sträflichst vernachlässigt: Seit den neunziger Jahren gab es keine Studie mehr zu diesen Fragen - ein Skandal! Eine neue sozialwissenschaftliche Studie, die klärt ´wo´ ´wann´ und ´wie´ sich Menschen mit HIV infizieren, ist längst überfällig! Die GRÜNE JUGEND fordert das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung auf, endlich eine Neuauflage dieser Studie in Auftrag zu geben!"

Aids tötet - daran hat sich nichts geändert! Die GRÜNE JUGEND wirbt im Rahmen der "Aids-Gedenk-Woche" für ein stärkeres Bewusstsein in Bevölkerung, Politik und Medien für das Thema "HIV und Aids". Noch bis zum 1.12. (Welt-Aids-Tag) wird die GRÜNE JUGEND täglich einen anderen Aspekt der tödlichen Krankheit beleuchten.