Afrika kann sich Aids nicht leisten!
30.11.2005: Gerade in Afrika entvölkert Aids ganze Landstriche. In manchen Ländern haben an die 40 Prozent der EinwohnerInnen Aids oder sind HIV-positiv. Die Seuche Aids tötet jeden Tag viele Menschen in Afrika - Aids führt aber auch direkt zu einer Abhängigkeit der betroffenen Länder von der so genannten "Ersten Welt". Dazu erklärt der Bundesvorstand der Grünen Jugend:
"Aids in Afrika wird immer noch oft als Selbstverschulden der AfrikanerInnen erklärt und dadurch verharmlost. Es ist aber vielmehr so, dass die Geundheitsversorgung und die Aids-Prävention in Afrika auf Grund der Armut der öffentlichen Hand in vielen Ländern nicht gut funktioniert.
Zudem blockieren die Kirche und manche PolitikerInnen in verantwortungsloser Art und Weise die Aufklärung über die Krankheit! Es ist ein Skandal, dass PolitikerInnen und Kirche die Enthaltsamkeit als einzigen Schutz gegen HIV/Aids propagieren. Auf der anderen Seite ist es aber auch überhaupt nicht zielführend, dass manche afrikanische PolitikerInnen eine Art "Aids-Verschwörung" herbeireden: Sie behaupten, Aids wäre in einem Geheimlabor der CIA entstanden. Sachliche Aufklärung und zielführende Anti-Aids-Projekte tun mehr als not!
Der diesen November veröffentlichte Jahresbericht von UNAIDS zeigt, dass der Virus in Afrika noch lange nicht zurückgedrängt wurden ist. Besonders schädigend für die stark betroffenen Länder ist das damit zusammenhängende Sinken des Lebensdurchschnittsalters. Die Länder sind aber auch besonders durch die vielen Infizierten im Alter zwischen 20 und 30 Jahren beeinträchtigt. Somit gehen den Entwicklungsländern auch zum Aufbau der Wirtschaft wichtige Arbeitskräfte verloren. Erlangte Entwicklungserfolge werden ganz konkret durch Aids/HIV zunichte gemacht und sind immer schwerer zu erreichen. Aids ist eine demografische und soziale Katastrophe! Afrika kann sich Aids nicht leisten!
Der Bundesvorstand der Grünen Jugend kritisiert auch, dass die Industrieländer das Problem "Aids in Afrika" als Mittel nutzen, um sich ein Mitspracherecht in den Entwicklungsländern zu sichern; betreffs Budgetverteilung und Bewertung der Prioritäten im Gesundheitswesen.
Weiterhin sind immer noch mehr Frauen von HIV/Aids betroffen. Frauen sind meist vollkommen von ihren Ehemännern abhängig. Sie wissen weniger über ihre Sexualität und zusätzlich besteht bei Frauen die größere Gefahr sich beim Geschlechtsverkehr zu verletzen, gerade beim ersten sexuellen Kontakt. Frauen haben überdies grundsätzlich ein höheres Risiko, sich zu infizieren. Der Bundesvorstand der Grünen Jugend fordert daher dazu auf, besonders Frauen in Aufklärungskampagnen anzusprechen. Hier geht es nicht nur darum, auf das Benutzen von Kondomen hinzuweisen.
Verstärkte Aufklärung ist auch von Nöten, um das Selbstbewusstsein jeder einzelnen Frau zu stärken. Hierdurch soll die Frau dazu kommen, dass sie sich ihrer sexuellen Abhängigkeit bewusst wird, so dass ein generelles Umdenken stattfinden kann."
Aids tötet - daran hat sich nichts geändert! Die GRÜNE JUGEND wirbt im Rahmen einer "Aids-Woche" für ein stärkeres Bewusstsein in Bevölkerung, Politik und Medien für das Thema "HIV und Aids". Noch bis zum 1.12. (Welt-Aids-Tag) wird die GRÜNE JUGEND täglich einen anderen Aspekt der tödlichen Krankheit beleuchten.
Siehe auch
- Hilf mit beim Kampf gegen Aids - stelle ungenutzte Rechenpower Deines PCs der Forschung an Aids-Medikamenten zur Verfügung
- Immunschwaches Afrika - Artikel in unserer Mitgliederzeitung