Kontrollierte Abgabe von Heroin muss weiterlaufen

24.11.2006: Zur Positionierung der CDU, Heroin nicht als zusätzliche Behandlungsform zuzulassen, erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:

"Die CDU nimmt mit ihrer ideologischen Drogenpolitik das Leid und den Tod hilfsbedürftiger Menschen blindlings in Kauf. Die Ignoranz der drogenpolitischen Sprecherin, Maria Eichhorn (CSU), gegenüber den wissenschaftlich bestätigten Vorteilen einer Heroinbehandlung ist nicht nachvollziehbar. Während in anderen Ländern die Abgabe von Heroin schon seit Jahren erfolgreich genutzt wird, gab es auf Drängen der CDU nur einen zweijährigen Modellversuch, von dem nur wenige Menschen profitieren konnten.

Die begleitende wissenschaftliche Untersuchung zeigte klar den Nutzen von Heroin als zusätzliche Maßnahme, Abhängigen zu helfen. Den TeilnehmerInnen des Modellversuchs ging es nach einem Jahr bereits signifikant besser und die Beschaffungskriminalität sank um mehr als zwei Drittel. Wichtige Indikatoren für eine erfolgreiche Behandlung wie die soziale Reintegration oder das Wiedererlangen eines Arbeitsplatzes zeigten die besondere Wirksamkeit dieser Behandlungsform. Ebenso war das Projekt gesamtwirtschaftlich gesehen sinnvoll, denn die Behandlung kostete deutlich weniger als die Folgen von Verelendung, Beschaffungskriminalität und polizeilicher Verfolgung.

Wir schließen uns der Empfehlung der WissenschaftlerInnen, die das Projekt betreuten, an und fordern, die Behandlung mit Heroin in die Regelversorgung Heroinabhängiger aufzunehmen, also reines Heroin auf Rezept abzugeben. Wir hoffen im Interesse der Betroffenen, dass die laufenden Anträge der Grünen und der Linkspartei im Bundestag mit Hilfe der SPD doch noch eine Mehrheit für eine Fortsetzung der Diamorphinbehandlung finden. Die SPD wäre hier gut beraten, sich hinter ihre Drogenbeauftrage Sabine Bätzing zu stellen."

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