Drogenpolitischer Aktionismus fördert Missbrauch
13.03.2007: Zu den Äußerungen der Unions-Drogenbeauftragten Maria Eichborn und anderer PolitikerInnen in Hinblick auf ein totales Alkoholverbot für Minderjährige erklärt Jan Philipp Albrecht, Sprecher der GRÜNEN JUGEND:
"Der Ruf nach Verboten in der Jugendschutz- und Drogendebatte ist wie immer eine Flucht vor den eigentlichen Herausforderungen. Ein Alkoholverbot für Minderjährige wird das Problem des Missbrauchs nicht bekämpfen können, sondern eher verschärfen. Obwohl die Alkoholabgabe in Großbritannien erst ab 18 und den Vereinigten Staaten erst ab 21 Jahren legal ist, blüht in diesen Ländern der Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen. Der Aberglaube, Verbote könnten daran irgendetwas ändern, muss endlich abgelegt werden.
Vielmehr ist eine transparente und aufgeklärte Drogenpolitik notwendig, bei der umfassende Aufklärung und kontrollierte Abgabe im Vordergrund stehen. Die gesetzlich verordnete Doppelmoral beim Umgang mit Drogen muss aufhören! Wer glaubt, er könne durch die Illegalisierung von DrogenkonsumentInnen Probleme aus der Welt schaffen, ist auf dem Holzweg. Durch die Illegalität wird lediglich der Kontakt zu weiteren Missbrauchsgefahren und der leichtfertige Umgang mit scheinbar ungefährlichen Substanzen gefördert."