Für ein Recht auf Rausch!

16.04.2004: Die derzeitige prohibitionistische Drogenpolitik stellt einen der schwersten Eingriffe in unsere Grundrechte dar. Unter dem Vorwand, etwas gegen die sogenannte Drogenproblematik zu tun werden DrogenkonsumentInnen gejagt und Milliarden in Überwachung und Bestrafung investiert. Wir sagen nein zu dieser Drogenpolitik ! Die Zeit ist reif für eine humane Drogenpolitik !

Der Rausch in der Gesellschaft

Der Wunsch nach Rausch, Entspannung und Freude ist so alt wie die Menschheit selbst und geht seit Jahrtausenden mit dem Konsum von Drogen einher. Seit Anbeginn der Kultur ist Drogenkonsum ein fester Bestandteil der Gesellschaft. Eine drogenfreie Gesellschaft hat es nie gegeben und wäre auch vollkommen unrealistisch.

Hilfe statt Verbote

Die Kriminalisierung von Drogenkonsum ist eine Hauptursache für die derzeitigen Probleme mit Drogen. Manche Menschen bekommen durch ihren Drogenkonsum gesundheitliche oder psychische Probleme. Die GRÜNE JUGEND will aber eine humane Drogenpolitik, die Menschen bei Abhängigkeit hilft, sie unterstützt wieder gesund zu werden und nicht verfolgt. Das Drogenverbot verhindert, dass Probleme mit Drogen offen und ehrlich diskutiert und bekämpft werden. Wir fordern eine weiche und soziale Kontrolle mit einem unterstützenden Staat. Prävention, die versucht mit Abschreckung und Verboten vom Drogenkonsum abzuhalten, ist nicht der richtige Weg. Eine glaubwürdige Aufklärung über Wirkung und Risiken von Drogen ist die Voraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit Drogen.

Drogenmündigkeit statt Abstinenz

Wir wollen eine andere Rauschkultur jenseits von Abstinenz und Exzess. Das selbst bestimmte Konsumieren von Drogen ist unser Leitbild. Drogen stellen für viele Menschen eine Bereicherung ihres Lebens dar. Ziel einer Drogenerziehung sollte die Drogenmündigkeit sein. JedeR sollte sich eigenverantwortlich und frei für oder gegen eine oder alle Drogen entscheiden. Wer Drogen konsumiert, sollte lernen, wie man bewusst und kontrolliert mit ihnen umgehen kann: Durch Drogenerziehung wird erlernt, sich bewusst für oder gegen den Konsum einer Droge zu entscheiden und dabei Gefahren und Nutzen verantwortungsvoll abzuwägen.

Drogenfachgeschäfte

Alle Drogen - auch Alkohol und Tabak - sollten in Drogenfachgeschäften verkauft werden. Denn nur dort werden die Drogen von ausgebildeten FachverkäuferInnen verkauft, die zusätzlich zu einer pharmakologischen Ausbildung auch eine Sozialausbildung besitzen. Zusätzlich sollten hier gezielt Informationen über Hilfsangebote, Therapien und mehr verfügbar sein. Ein Beipackzettel mit Informationen über Wirkungsweise, Konsumformen, Anwendungen und Abhängigkeitsrisiken für alle Drogen muss selbstverständlich sein.

Deshalb fordern wir:

  • Ein grundsätzliches Recht auf Rausch
  • Die Abschaffung des Betäubungsmittelgesetzes
  • Weiterentwicklung der Drogengesetzgebung: weg von der Repression hin zum VerbraucherInnenschutz!
  • Legaler Verkauf aller Drogen in Fachgeschäften
  • Förderung von Selbstorganisation und Selbsthilfe Drogenabhängiger
  • Vernünftigen Drogenunterricht an Schulen
  • Umfassende Konzepte zur Förderung von Drogenmündigkeit

Weitere Infos:

Zugehörige Dateien:
2004_drogen.pdfDownload (154 kb)