Jugend effektiv vor Sucht schützen
31.05.2004: Zur Diskussion WeltnichtraucherInnentag, erklärt Ines Eichmüller, Sprecherin des Bundesvorstandes der GRÜNEN JUGEND:
Das durchschnittliche Einstiegsalter für ZigarettenraucherInnen von derzeit 13 Jahren ist erschreckend niedrig. Die Politik hat es in der Vergangenheit nicht geschafft, den Trend des sinkenden Einstiegsalter zu stoppen. Wir fordern die PolitikerInnen aller Parteien auf, endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen um dem steigenden Zigarettenkonsum unter Jugendlichen entgegenzuwirken. Das Verstecken hinter freiwilligen Verpflichtungen der Wirtschaft und dem Arbeitsplatzargument ist feige. Je früher Kinder mit dem Rauchen beginnen, desto gravierender sind die Schäden und desto höher das Risiko, dass sie über Jahrzehnte weiter rauchen.
Einschränkung von Zigarettenautomaten und Werbung
Deutschland ist das Land mit der weltweit höchstens Dichte an Zigarettenautomaten. Von den 1,1 Millionen Zigarettenautomaten in Europa
sind allein in Deutschland 800 000 aufgestellt. Trotz des Abgabeverbots von Tabakwaren an Jugendliche unter 16 Jahren stellen die Zigarettenautomaten derzeit ohne Kontrolle eine problemlose und lückenlose Versorgung sicher. Das Ende der Umrüstungsfrist ist uns mit dem Jahr 2007 nicht schnell genug. Die Automantenindustrie kann schneller handeln, wenn sie dazu verpflichtet wird.
Wir fordern weitere massive Beschränkungen des Vertriebsweges "Zigarettenautomat" wie automatenfreie Zonen um Schulen um damit den Zigarettenkonsum zu mindern und speziell den Jugendschutz massiv zu verbessern.
Die deutschen Werbeeinschränkungen, die sich nicht unwesentlich auf eine
kaum existierende freiwillige Selbstkontrolle der Industrie stützen, sind uns zuwenig. Wir fordern die Bundesregierung auf wirksame Maßnahmen zu ergreifen um Werbung, die gezielt auf Jugendliche ausgerichtet ist, zu unterbinden. Die deutsche Blockadehaltung bei den Werbeeinschränkung durch die EU ist für uns unverständlich.
Empowerment und Drogenkompetenz
Hauptaugenmerk für eine langfristige Verminderung des missbräuchlichen Konsum von Tabak und anderen Drogen muss die Bekämpfung ihrer sozialen und individuellen Ursachen sein. Beginnend in der Schule müssen die Themen Empowerment und Drogenkompetenz feste Bestandteile einer substanzübergreifenden Suchtprävention sein. Das Management von Streß, Leistungsdruck, Gruppendruck oder anderen ähnlichen Problemen Jugendlicher ist eine der entschiedenen Fähigkeiten, die die Lebensqualität von Jugendlichen erhöht und damit auch einem problematischem Drogenkonsum vorbeugt. Zum anderen soll, wenn Jugendliche sich dazu entschließen Drogen zu konsumieren, ihnen hierbei z.B. durch Safer Use Regeln eine Hilfestellung für einen möglichst risikoarmen und kontrollierten Konsum bereit gestellt werden. Diese akzeptierende Suchtprävention muss in Deutschland einen viel höheren Stellenwert erhalten als bisher. Die Grüne Jugend fordert hier alle Verantwortlichen auf solche Projekte zu unterstützen und damit der Jugend langfristig zu helfen.