Zwangsweises Rauchverbot an Schulen ist nicht realitätstauglich
17.01.2005: Die Grüne Jugend Saar fordert wirksames Präventionsmodul und gemeinsame Entscheidung von SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen vor Ort.
Die Die Grüne Jugend Saar weist die Forderung des "Arbeitskreises rauchfreie Schule", an Schulen generell das Rauchen zu untersagen, als nicht realitätstauglich zurück. "Schulen komplett rauchfrei zu gestalten ist prinzipiell ein wünschenswertes Ziel. Rauchen muss überall dort verboten werden, wo NichtraucherInnen nicht die Möglichkeit haben, auszuweichen. Jedoch ist es sinnlos und kontraproduktiv, ein Verbot zu erlassen, welches an den Schulen nicht umgesetzt und kontrolliert werden kann. SchülerInnen würden vielmehr das Schulgelände verlassen, um in angrenzenden Wohngebieten zu Rauchen und dort ihre Zigarettenkippen hinterlassen", meint der Landesvorsitzende der Grünen Jugend Saar, Dominik Bildt.
Zweifelsohne besteht dringender Handlungsbedarf: Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung belegen, dass derzeit so viele Jugendliche wie noch nie rauchen. Bedauerlicherweise werden gerade diese Jugendlichen von den bisherigen Präventionskampagnen nicht erreicht. Dieses Versagen weist auch eine Umfrage im Auftrag des saarländischen Gesundheitsministeriums nach. Anstatt durch eine Änderung der "Allgemeinen Schulordnung" ein generelles Rauchverbot von oben zu verordnen, setzt die Grüne Jugend Saar auf freiwillige Entscheidungen durch die Schulkonferenz vor Ort. "SchülerInnen, Eltern und Lehrer sollen sich noch in diesem Schuljahr gemeinsam des Themas annehmen. Außerdem müssen bestehende Raucherecken zum Schutz von Nichtrauchern beispielsweise vom Eingangsbereich der Schulen an Orte verlegt werden, an welchen kein Publikumsverkehr stattfindet", fordert Dominik Bildt weiter.
Das Kultusministerium hingegen ist gefordert, ein wirksames Präventionsmodul für den Schulunterricht zu entwickeln. Aussagekräftige epidemiologische Daten - jede zweite Lungenkrebserkrankung ist durch Zigarettenrauch verursacht; innerhalb der Krebserkrankungen ist Lungenkrebs mit 36 Prozent die häufigste Todesursache bei Männern; Nikotin ist ein wichtiger Co-Faktor bei allen Krebserkrankungen - gehören nach Meinung der Grünen Jugend Saar ebenso in den schulischen Unterricht wie aufrüttelnde Bilder von "Raucherbeinen". Jugendliche können dann eigenverantwortlich entscheiden, ob sie rauchen oder nicht.