Illegalisierung von Zauberpilzen verhindern!

02.02.2005: Zur heutigen Sitzung des Gesundheitsausschusses des Bundesrates erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:

"In der heutigen Sitzung ist eine Beratung zur Verschärfung des Betäubungsmittelgesetzes geplant: Psilocybinhaltige Pilze werden voraussichtlich endgültig illegalisiert!

Die GRÜNE JUGEND sieht diese Entwicklung in der Drogenpolitik mit großer Sorge. Dabei kritisieren wir auch die Grünen, denn unter der früheren Gesundheitsministerin Andrea Fischer wurde damals der Grundstein für die Illegalisierung von Zauberpilzen gelegt. Jetzt heisst es, den Schaden zu begrenzen und einen weiteren Rückschritt in der Drogenpolitik zu verhindern.

Wir fordern die Bundesregierung auf, ähnlich wie die niederländische Regierung eine Kommission zum Thema Zauberpilze einzusetzen. Diese soll basierend auf den neusten wissenschaftlichen Daten und fußend auf den Erfahrungen aus den Niederlanden Modelle für einen vernünftigen Umgang mit Zauberpilzen präsentieren. In den Niederlanden sind frische Zauberpilze im Fachhandel (in so genannten "Smart Shops”) erhältlich. Ein solches Modell schwebt uns auch für Deutschland vor.

Die "Coördinatiepunt Assessment en Monitoring nieuwe drugs” (CAM) (dt.:"Kommission zur Bewertung und Überwachung neuer Drogen") hatte bereits im Februar 2000 ihr Gutachten präsentiert. Darin wurden unterschiedliche Gefahren wie Abhängigkeit, körperliche Schäden oder Gefahren für die öffentliche Ordnung beim Konsum von Zauberpilzen wissenschaftlich untersucht. All diese Gefahren wurden als gering bewertet und es wurde vorgeschlagen, frische Zauberpilze als Lebensmittel zu behandeln - dieser Vorschlag wurde in den Niederlanden umgesetzt.

Deswegen apellieren wir an den Gesundheitsausschuss des Bundesrates und an den Bundesrat, nicht ideologisch, sondern einzig und allein auf Basis von Fakten zu entscheiden. Das Vorgehen in den Niederlanden zeigt: mit wissenschaftlicher Begleitung wird ein sinnvoller und nachvollziehbarer Weg eingeschlagen und nicht ideologischen Engstirnigkeiten Raum gegeben."