Für eine neue Drogenpolitik!

19.05.2005: Anlässlich der gestrigen Vorstellung des Drogen- und Suchtberichtes der Bundesregierung durch die Drogenbeauftragte Marion Caspers - Merk erklärt Stephan Schilling, Sprecher der GRÜNEN JUGEND:

"Der Rückgang der Drogentoten ist ein gutes Zeichen. Eine weitere Verringerung dieser Zahl muss im Zentrum jedweder Drogenpolitik stehen.

Caspers-Merk zieht aber die falschen Schlüsse aus den Zahlen. Denn die Zunahme vor allem junger KonsumentInnen von Cannabis oder sogenannten Partydrogen macht deutlich: Rot-Grün setzt immer noch zu sehr auf Verbote und viel zu wenig auf Prävention. Jungen Menschen, die ein Suchtproblem mit einer illegalisierten Droge haben, wird quasi die Luft zum Reden genommen, da sie Angst vor Strafe haben müssen und zudem von der Gesellschaft als "Rauschgiftsüchtige" in die Ecke gedrängt werden.

Dass Caspers-Merk zudem das längst wiederlegte "Einstiegsdrogen-Märchen" beim Beispiel Cannabis daherbetet, zeigt, dass viele PolitikerInnen noch eine Menge drogenpolitisches Wissen nachzuarbeiten haben. Rot-Grün muss endlich die Wende zu einer neuen Drogenpolitik einleiten, die auf eine Legalisierung aller Drogen und selbstbestimmten Konsum setzt. Zudem ist eine verstärkte, sachliche Aufklärungsarbeit, mehr Prävention wie beispielsweise eine vernünftige Jugendarbeit vor Ort und ein Werbeverbot für alle Drogen nötig.

Denn die Einteilung von Drogen in "gute" und "böse" Drogen hat sich überlebt und ist in höchstem Maße ideologisch. Es gibt keine rationale Begründung dafür, Nikotin, eine Droge mit einem sehr hohen Abhängigkeitspotenzial, überall - auch für Jugendliche - anzubieten, Cannabis oder Extasy aber zu illegalisieren und die KonsumentInnen in die rechtliche Grauzone zu treiben in der sie außerdem auch keinen VerbraucherInnenschutz geniessen.

Rot-Grün muss endlich den Schritt zu einer neuen Drogenpolitik wagen! Die GRÜNE JUGEND wird in Kürze ein Konzept zur kontrollierten Abgabe aller Drogen in so genannten Drogenfachgeschäften vorlegen. Geschulte FachverkäuferInnen werden nach unseren Vorstellungen die KäuferInnen beraten, aber auch Jugendschutzbestimmungen überwachen. Eine Abgabe von Drogen ohne Beratung der KonsumentInnen wie z.B. Zigarettenautomaten soll es nach unseren Vorstellungen nicht mehr geben."