Konsequente Drogenpolitik ist GRÜN
12.08.2005: Anlässlich der Hanfparade, die dieses Jahr zum neunten Mal in Berlin stattfindet, erklärt Stephan Schilling, Sprecher der GRÜNEN JUGEND:
Die letzten Tage haben wieder einmal bewiesen: Konsequente, unideologische Drogenpolitik ist GRÜN.
Rückratlos und populistisch agiert die Linkspartei, das beweist das merkwürdige Spektakel, das die Linkspartei in dieser Woche in der Drogenpolitik aufgeführt hat: Erst stieß die Jugendorganisation der Linkspartei mit der Forderung nach vorn, dass Kriminalisierung der falsche Weg sei, wenn es um einen verantwortlichen Drogenkonsum gehe. Nach einer Kurzintervention der Springer-Presse dementierte die Linkspartei sofort und nahm hilfesuchend hinter den Grünen und den Jusos Schutz: Wie diese sei mensch bloß für eine Leglaisierung von Cannabis, ließ der Sprecher der Linkspartei Hendrik Thalheim verlauten. Morgen kippt dann wahrscheinlich noch Zampano Lafontaine um und fordert, alle DrogenkonsumentInnen bei Wasser und Brot in Auffanglager zu stecken. Ist das der großangekündigte Widerstand der Linkspartei gegen den neoliberalen, neokonservativen Zeitgeist? Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom - von der Linkspartei geht schon süßlicher Verwesungsgeruch aus!
Doch nicht nur an Rückrat auch an Kompetenz mangelt es der Linkspartei. Deren Spitzenkandidat verstieg sich wieder einmal zur unsinnigen Gleichsetzung von Cannabis und Alkohol. Herr Gysi, haben Sie jemals einen Blick in den Drogenbericht geworfen? Jährlich sterben zehntausende Menschen an übermäßigem Alkoholkonsum. Durch Cannabis-Konsum ist noch nie jemand ums Leben gekommen.
Wenn dumme Parolen kursieren, kann die FDP nicht weit sein - nach diesem Motto meldete sich der drogenpolitische Sprecher der FDP Detlef Parr zu Wort und bemühte wieder einmal die alte Mär von der Einstiegsdroge Cannabis, was jeder seriösen wissenschaftlichen Betrachtung spottet, denn noch nie konnte ein auch nur ein wissenschaftlicher Indiz dafür geliefert werden, dass Cannabis-Konsum zum Gebrauch anderer Drogen verleitet. Dies ist ebenso seriös, wie die Behauptung, dass die Mitgliedschaft im Sportverein zum Alkoholmissbrauch führe. Manchmal würde es auch der FDP nicht schaden vor dem schreiben nachzudenken.
Wieder einmal wird klar: eine konsequente liberale Drogenpolitik ist grün. Wir wenden uns gegen unsinnige Drogenvergleiche. Es gibt keine harten und weichen Drogen, es gibt nur harte und weiche Konsum-Muster. Wir treten ein für eine neue Drogenpolitik, die auf Aufklärung, Abhängigkeits-Prävention und Hilfe statt auf Strafe und Verdrängung setzt ohne dabei die Probleme, die Menschen mit Drogen haben, zu verharmlosen. Dafür werden wir auf der Hanfparade erneut ein Zeichen setzen!