Das Adoptionsrecht für lesbische und schwule Paare umsetzen! - Frau Vollmer muss nachsitzen!
04.06.2004: In ihrer Kolumne "Trialog" im Berliner Tagesspiegel hat sich Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Grüne) für eine Zurückhaltung des Gesetzgebers in der Frage eines Adoptionsrechts für homosexuelle Paare ausgesprochen.
Dazu erklären Sven Lehmann, Sprecher der Grünen Jugend NRW, und Arndt Klocke, Mitglied im Landesvorstand der NRW-Grünen:
"Wir sind sehr verärgert, dass sich eine Grüne derart äußert, noch dazu in einer solch hervorgehobenen Position, wie Antje Vollmer sie innehat. Ihre Argumente lassen sich mühelos entkräften. Hintergrund dieser Auffassung kann nur ein hartnäckiges Verdrängen von Realitäten und wissenschaftlichen Erkenntnissen sein.
Es geht um eine diskriminierungsfreie Entscheidung im Interesse des Kindeswohles. Das Vorhandensein konstanter Beziehungspersonen für Kinder und Jugendliche ist der wesentliche Faktor. Empirische Erfahrungen der entsprechenden Studien belegen, dass gleichgeschlechtliche Paare genauso gut geeignet sind, Kinder zu erziehen, wie verschiedengeschlechtliche.
Parteiinterne Diskussionen sind wichtig, besonders bei Fragen, die Kinder und Familien betreffen. Antje Vollmers Äußerungen dagegen sind inhaltlich von vorgestern und ein Schlag ins Gesicht für bereits existierende Regenbogenfamilien. In der derzeit laufenden Diskussion um ein Lebenspartnerschafst-Ergänzungsgesetz macht sie sich zur Stichwortgeberin der Konservativen und Blockierer.
Der Bundesvorstand der Grünen muss dringend klarstellen, was grüne Programmlage und Zielsetzung ist und sich zusammen mit der SPD weiterhin für eine fortschrittliche Gesetzgebung stark machen."