Bahn muss Rolle bei Deportation aufarbeiten

08.11.2006: Zum Jahrestag der Novemberprogromme vom 9. November 1938 und dem Kinostart von "Der letzte Zug" erklärt der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND:

Auch 68 Jahre nach dem Beginn der Novembergprogromme und der organisierten Verfolgung und Ermordung von Juden in Europa fehlt es heute in der Bundesrepublik an der Aufarbeitung der Verbrechen. So bedauern wir, dass die Deutsche Bahn AG mit Herrn Mehdorn nicht bereit ist, die Rolle der Bahn in der Nazizeit aufzuarbeiten. Dass die Deportation nur mit Hilfe von Zügen, in denen die Menschen unter unwürdigsten Bedingungen in den Tot abtransportiert wurden, gelingen konnte weiß heute jedes Kind. Deshalb fordern wir Herrn Mehdorn und sein Unternehmen dazu auf, die braunen Kapitel der eigenen Geschichte zu beleuchten. Es ist keine Schande, die Fehler der Geschichte aufzuarbeiten und ehrlich zu beleuchten - es ist aber eine Schande wenn man sich das nicht traut!

Der Film "der letzte Zug" (Joseph Vilsmaier, Dana Vávrová), der am Donnerstag in den Kinos startet, sollte die Deutsche Bahn AG doch dazu bewegen, die Beteilung an den Verbrechen nicht länger zu verschweigen.

Wir begrüßen die "Woche gegen Antisemitismus" mit mit der Website www.projekte-gegen-antisemitismus.de der Amadeu-Antonio-Stiftung. Auch in der Bundesrepublik sind wir mehr als 60 Jahre nach Kriegsende noch nicht "entnazifiziert". Die Erfolge der NPD und der alarmierende Anstieg von rechtsextremer Gewalt sind Zeichen einer Gefahr für Demokratie und Freiheit. Weder in Deutschland, Europa oder woanders darf Antisemitismus zur Grundlage der Politik werden.