SPUNK zur Sommerakademie 2007
05.08.2007: Auch zu dieser Sommerakademie hat die SPUNK-Redaktion einen Sonderausgabe erstellt. Der Somak-SPUNK ist hier jetzt auch als PDF verfügbar!
Klassisch. Ein treffendes Attribut für die zweite Sommerakademie der GRÜNEN JUGEND in Weimar. Unter Weiden und mit dem Geiste Götes und Schillers schufen die über 80 TeilnehmerInnen aus Stadt und Land Visionen für eine Medien- und Kulturpolitik des 21. Jahrhunderts. Ja, ganz schön hochtrabend, so eine Sommerakademie. Wir mögen fast singen: So eine Sommerakademie - die ist lustig, eine Sommerakademie, die ist schön! Und so weiter. Aber das klingt so lapidar. Die Sommerakademie in Weimar war aber alles andere als Lapidar. Da war Substanz drin. Zahlreiche Reformen wurden vorgezeichnet - Gesetzesvorschläge allerdings noch nicht fertig ausformuliert. Aber das parlamentarische Verfahren setzt auch Kompromissfähigkeit voraus. Auch und gerade bei der Kulturpolitik. Davon könne Antje und Katrin ein Lied singen. Singen - das Stichwort. Musik, Gesang und Lustspiele waren auch schon zu Zeiten der Weimarer Klassik ein wichtige Bestandteil der Politik. Grund genug, sich 68 (ja, 68) Stunden mit Kultur - oder neudeutsch: Medien - auseinanderzusetzen und den Kern der Debatte zu spalten. Sachlich, versteht sich. Jederzeit auf dem Boden der Tatsachen. Kultur hat Grünen Boden.
Workshops. Die gabs auch. Die Leute sind auch hingegangen. Was gut war. Und Abends: Da gabs wieder Gesang und Wein - wie bei Göte und Schiller. Schillernde Stars zeigten sich von ihrer besten Seite. Etwa der heisere Sebastian, der gar nicht mehr aufhören konnte, sich auf der Bühne zu zeigen. Auch Europa-Sternchen zeigten sich offenherzig am Mikrofon. Klassiker der Charity-Szene wie etwa "We are the world" spülten den Reichtum der adligen Gäste in die Spendendosen. Wie zu Zeiten der Weimarer Klassik. An den langen Tafeln der zünftigen Unterkunft labten sich die TeilnehmerInnen, die ihrem latenten Kulturrassismus freien Lauf ließen. Doch die Freiheit der Rede stand ganz groß auf der Tagesordnung. Tabus oder gar Phobien: Fehlanzeige. "Zwei mal drei ist vier, widdewiddewitt und drei macht neune" - Kultur und Medien sind für den Menschen da. Und je nach dem, ob sie es wollen, auch für die Tiere. Das sollte ihnen nicht verwehrt werden.
Sonne. Die und der Wetter waren gut drauf. Auch wenn es vorher keinen Wetterbericht gab. Dröge war zu keiner Zeit da. Der OpenSpace.org (Ver- sion 1.0) war eine mediale Revolution und für DIE REFORMER eine "self-fulfilling-prophecy" - sprich: Der absolute Hammer. Wie zu Zeiten Göte und Schillings. "54, 74, 90, 2010 - da stimmen wir alle ein..." - ja, auch grölende Antifaschisten waren mit dabei. Die müssen natürlich mitgenommen werden. Aber es gab für alle ein Angebot. Weimar ist besser.
Eure Somak-SPUNK-Redaktion
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