Tanz mit dem Pinguin

24.09.2004: Die GRÜNE JUGEND hat als erste größere Nichtregierungsorganisation den Schritt gewagt, und die Computer in der Bundesgeschäftsstelle (BGS) auf Linux umgestellt.

Die MitarbeiterInnen der BGS haben die Umstellung gut "überstanden". "Ich bin bis jetzt ganz zufrieden," erzählt der organisatorische Bundesgeschäftsführer Mirko Seffzig von seinen ersten Klicks mit dem neuen Betriebssystem. "Manchmal müssen die Leute die Datei eben einfach noch einmal schicken, weil die Formate nicht kompatibel sind." Und warum ist das so? "Das liegt daran, dass der Monopolist Microsoft Patente auf manche Formate hat. Deswegen kann es passieren, dass ein Linux-Programm eine Microsoft-Datei nicht öffnen kann."

Der neue Bundesgeschäftsführer weiss Bescheid, und deswegen will die GRÜNE JUGEND: Mehr Linux auf die Computer! Mehr offene Standards anstatt patentiertem Wissen! Markus Beckedahl, zuständig für Neue Medien, erläutert: "Die Grüne Jugend fordert jetzt schon seit einigen Jahren den verstärkten Einsatz von Freier Software. So war es nur konsequent, dass die Bundesgeschäftsstelle nun den Schritt vollzogen hat und komplett auf Linux migriert ist." Sehr viele Mitglieder würden zudem sowieso schon Linux oder zumindest Freie Software unter Windows verwenden.

Ein wichtiges Argument für die Umstellung auf Linux  ist auch die höhere Sicherheit, denn in der Bundesgeschäftsstelle befinden sich viele sensible Daten, die sicher aufbewahrt werden wollen. Viren, Würmer und all das andere biestige Gesocks aus dem Netz hat bei einem Linux-System keine Chance.

"Außerdem ist das neue Betriebssystem sehr viel nachhaltiger - nun können wir sicher sein, dass die angelegten Daten auch noch in mehr als 10 Jahren lesbar sind," so Beckedahl weiter. Denn im Quellcode können ProgrammiererInnen im Notfall nachforschen, wie das Programm funktioniert und die Daten wiederherstellen - das funktioniert bei den so genannten prorietären Programmen - wie das Betriebssystem Microsoft Windows - nicht, weil der Quellcode eben nicht veröffentlicht wird.

Wenn ein solcher Anbieter dann pleite geht, gibt es für das Programm im schlimmsten Fall keinerlei Support mehr. Dieses Problem hat die GRÜNE JUGEND jetzt nicht mehr. Beckedahl: "Mit Freier Software ist die GRÜNE JUGEND unabhängig geworden. Unabhängig von Lizenzkosten und einem einzigen Hersteller. Dies ist unser Beitrag für mehr Softwarevielfalt"

Der Dank für die Umstellung geht an die beiden Unternehmen newthinking communications aus Berlin und die Tarent GmbH aus Bonn, welche die Grüne Jugend bei der Umstellung beraten haben und diese dann auch durchführten.