Sexistische Werbung verbieten!

07.03.2005: Zum internationalen Frauentag am 8. März fordert der Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND, Schönheitswahn und Essstörungen als politisches Problem ernst zu nehmen

Die GRÜNE JUGEND will nicht länger hinnehmen, dass Produkte durch sexistische Darstellung von Frauen beworben werden. Schluss mit frauenverachtender und entwürdigender Werbung! Die Sensibilisierung und Selbstkontrolle bei Printmedien und Fernsehen hinsichtlich sexistischer Darstellungen ist zu wenig vorhanden. Die Kontrollgremien Presserat und Rundfunkräte müssen entschiedener handeln und benötigen stärkere Instrumente: Wir fordern daher ein Verbot sexistischer Werbung.

Medien üben auf Mädchen und Frauen enormen Druck aus, einem vorgegebenen Schönheitsideal zu entsprechen. Der Zwang zum perfekten Körper zeigt immer mehr grotestke Folgen: Essstörungen (z.B. Essucht, Bulimie und Magersucht), Selbstverletzungen, Schönheitsoperationen, Botox-Giftspritzen.

75 Prozent der Frauen haben Diäterfahrung, 15 Prozent befinden sich permanent auf Diät. Die Mehrheit der 15 jährigen Mädchen haben bereits mindestens eine Diät hinter sich. Der Anstoß dazu kam fast immer aus Zeitschriften.

Inzwischen ist jede 7. Jugendliche ein Magersucht-Risikofall. Magersucht ist nach wie vor weiblich, es sind 16-mal mehr Frauen als Männer betroffen. Der Schlankheits- und Schönheitswahn reisst besonders junge Frauen mit.

Wie die Plastische Chirurgie am Freitag bekannt gab, soll bereits jedeR 10. Deutsche sich einer Schönheitsoperation unterzogen haben. Fernsehshows wie "The Swan" und live übertragene Brustvergrößerungen verlassen die gesellschaftlichen ethischen Grundlagen.

Wir fordern eine politische Initiative der Bundesregierung zusammen mit den Ländern (Rundfunkanstalten) um den Schönheitswahn zu stoppen. Maßnahmen wie von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt vorgeschlagen, sollten dabei auf die Tagesordnung zum Beispiel ein Werbeverbot für Schönheitsoperationen. Gefordert sind aber auch Maßnahmen zur Förderung des Körpergefühls, die zunehmende Orientierung der Gesellschaft an rein körperlichen Merkmalen muss ausgebremst werden. Das Selbstwertgefühl junger Mädchen und Frauen muss gestärkt werden. Frauen dürfen nicht auf "schlank" und "nackt" reduziert werden. Der Krieg am weiblichen Körper muss beendet werden.