Braun is beautiful

24.03.2005: Die Junge Union fischt zunehmend im rechtsextremen Lager - hat ihr Vorsitzender Phillip Mißfelder den Laden noch im Griff? Die GRÜNE JUGEND setzt weiter auf ihre Bildungsoffensive gegen Rechts.

Auf welchem Kurs ist die Junge Union? In der letzten Zeit arbeiten Gruppen und VertreterInnen der CDU-Nachwuchsorganisation, die wir bisher als DemokratInnenen kannten, immer häufiger mit dem rechtsextremen Lager zusammen. Aktuellster Fall: In NRW lädt die Junge Union den bekannten Neonazi Manfred Rouhs von der Kölner Bürgerbewegung "Pro Köln" zu einem Infoabend nach Brühl ein. Zuvor war an die Öffentlichkeit gekommen, dass der Landesvorsitzende der Jungen Union in Sachsen-Anhalt, Markus Kurze, ein Plakat aus den Fünfzigerjahren in sein Bürofenster hängt, das Deutschland in den Grenzen von 1937 zeigt. Die Überschrift: "Einigkeit - Recht - Freiheit". Und im Januar hatte die Junge Union Wismar für ihren Neujahrsempfang Martin Hohmann eingeladen, der im vergangenen Jahr nach seinen antisemitischen Äußerungen aus der CDU ausgeschlossen worden war. Das Thema des Abends: "Die Antifaschismus-Keule und der Zeitgeist".

Diese Vorfälle scheinen keine Einzelfälle in der Jungen Union mehr zu sein, sondern zeugen von einer allgemeinen Tendenz. Dazu sagt der Sprecher der GRÜNEN JUGEND, Stephan Schilling: "Statt der von dem JU-Vorsitzendem Phlipp Mißfelder angekündigten Demokratiekampagne scheint die Junge Union derzeit eher an einer neuen Imagekampagne zu arbeiten - mit dem Motto 'braun is beautiful'. Die Junge Union scheint nun zu versuchen, Kapital aus dem Erstarken der Rechtsextremen zu ziehen. Sie unterhöhlt damit den Konsens aller DemokratInnen nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur, der hieß: Nie wieder!"

Stephan Schilling fordert den Vorsitzenden der Jungen Union, Phillip Mißfelder, zum Handeln auf: "Mißfelder sollte zeigen, dass er mehr ist als ein neoliberaler Sprücheklopfer. Wenn er seine rechtsblinkenden Landesvorsitzenden nicht in den Griff bekommt, ist er der Falsche für den Job."

Die GRÜNE JUGEND wird auch weiterhin eine offensive Auseinandersetzung mit den Rechtsextremen führen und versuchen, junge Menschen für die Demokratie zu gewinnen. Statt mit Rechtsextremisten zusammenzuarbeiten, sammeln wir in unserer aktuellen Bildungsoffensive gegen Rechts Argumente gegen die Gefahr von Rechts. Junge Union aufgepasst: So geht man mit Martin Hohmann und Co um!