Alles Öko oder was?

20.07.2005: ökologisch leben, ökologisch denken, ökologisch handeln

Guten Morgen!

Bist du schon einmal aufgewacht und hast dir folgende Fragen gestellt: Woher kommt der Strom, der meine Nachttischlampe zum Leuchten bringt? Wie viel Wasser benötige ich morgens, um durch eine ordentliche Dusche wach zu werden? Was für ein Frühstück wird meinen Magen füllen? Nein? Dabei sind deine schlaftrunkenen morgendlichen Handlungen wie alles, was du tust nur scheinbar banal.

Kauf Bio!

Milch für 0,30 Euro? Hauptsache billig? Nicht Geiz, sondern Öko ist geil! In der Landwirtschaft wütet ein gnadenloser Preiskampf. Discountketten machen den VerbraucherInnen weis, dass nur billiges Essen gutes Essen sei. Mit verheerenden Folgen: Die Massentierhaltung begünstigt Krankheiten unter den Tieren und ist nicht artgerecht. Konventionelle Futtermittel enthalten häufig genmanipulierte Pflanzenteile und Schadstoffe. Der Einsatz von Pestiziden auf den Feldern führt zu sauren Böden und verunreinigtem Grundwasser. Eine ökologisch vertretbare Ernährung ist daher wichtig, Lebensmittel mit Biosiegel weisen erheblich weniger Schadstoffe auf als konventionelle. Das ist gesund für dich und die Natur freut sich auch, da Ökolandbau umweltschonend ist!

Wohin magst du GEN?

Gentechnik in der Landwirtschaft, auch Grüne Gentechnik genannt (nicht verwechseln mit Roter, d.h. medizinischer Gentechnik) wird von Großkonzernen wie Monsanto und Syngenta als Allheilmittel angepriesen. 80 Prozent der europäischen VerbraucherInnen sind aber sehr kritisch. Zurecht: Insektenresistente Pflanzen können dem Ökosystem schaden, indem sie Nützlinge schädigen oder andere Pflanzenarten verdrängen. Unkontrollierbare Auskreuzungen zur Entstehung von pestizidresistenten (Super-)Unkräutern führen. Es können sogar Wechselwirkungen mit anderen Tieren auftreten.

Die Erfahrungen der vergangen Jahre zeigen: Die Grüne Gentechnik kostet mehr, als sie nutzt, denn die Folgen für Umwelt, Mensch und Tier sind nicht kalkulierbar. Deswegen sind wir überzeugt: Schluss mit der Gentechnik, sie kann nicht dazu beitragen, die aktuellen Probleme der Landwirtschaft zu lösen.

Billig in den Urlaub?

Mit dem Billigflieger nach Mallorca - das kostet mittlerweile weniger als die Taxifahrt abends von der Disco nach Hause. Aber es kommt der Umwelt teuer zu stehen. Gerade Flüge belasten das Klima und tragen zum Klimawandel bei. Lieber auf dem Teppich bleiben! Auf spannenden Urlaub musst du trotzdem nicht verzichten. Mit Interrail von der Bahn geht es für wenig Geld durch ganz Europa, und auch mit dem Rad kommt mensch weiter - weiter als du denkst.

Mit einem bewussteren Konsumverhalten können wir gemeinsam die Weichen in die richtige Richtung stellen!

Was muss gekennzeichnet werden?

Alle Lebensmittel, die ein gentechnisch veränderter Organismus (GVO) sind. Alle Lebensmittel, Zusatzstoffe oder Aromen, bei deren Herstellung bewusst GVOs eingesetzt wurden. Alle Lebensmittel, die GOVs enthalten

Ausnahmen von der Regel

Fleisch, Eier und Milch(produkte) von Tieren, die mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert wurden. Spuren von GVOs bis zu einem Schwellenwert von 0,9 Prozent. Nicht aus, sondern mit Hilfe von GVOs hergestellte Stoffe.

Kriterien für das Bio-Siegel

Die Vergabe des Bio- Siegels richtet sich nach den Kriterien der EG-Öko-Verordnung.

Verbote:

  • Verbot der Bestrahlung von Öko-Lebensmitteln
  • Verbot von GVOs
  • Verzicht auf Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Mitteln
  • Verzicht auf leicht lösliche, mineralische Dünger

Anforderungen:

  • Abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen
  • Flächengebundene, artgerechte Tierhaltung
  • Fütterung mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern

Forderungen

  • Einen Biocent!
  • Also eine Abgabe auf Produkte aus konventioneller Landwirtschaft um mehr Gleichberechtigung im ungleichen Preiskampf zu schaffen.

  • Mehr Tierschutz!
  • Verbot von Käfigbatterien, langen Tiertransporten und anderen tierquälerischen Haltungsformen.

  • Strengere Labels!
  • Neben einer schärferen Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Produkte wollen wir auch ein V-Labels, für vegetarische und vegane Produkte einführen.

  • Regionen stärken!
  • Regionale Kreisläufe müssen gestärkt werden und so lange Tier- und Lebensmitteltransporte vermieden werden.

  • Gentechnikfreie Zonen!
  • Die GRÜNE JUGEND will weitläufig abgegrenzte gentechnikfreie Zonen und eine umfassenden Haftung mit Versicherungspflicht gegenüber den BetreiberInnen gentechnischer Anlagen.

  • Einführung einer Kerosinsteuer.
  • Wer fliegt, muss auch den realen Preis zahlen, und dazu gehört die Umweltzerstörung. Die Einnahmen einer Kerosinsteuer sollen zum Schutz des Klimas eingesetzt werden.

Bahnfahren muss billiger werden!

Zugehörige Dateien:
Flyer_Oekoleben.pdfDownload (265 kb)