9. November gedenken - Geschichtsrevisionismus keinen Platz einräumen!

08.11.2007: Zum Gedenktag am 9. November erklärt Paula Riester, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND:

"Der 9. November ist ein geschichtsträchtiger Tag in Deutschland. Vor 69 Jahren plünderten die Nazis während der Novemberprogrome in etlichen Städten jüdische Geschäfte und Wohnungen, zerstörten Synagogen und ermordeten etwa 400 Menschen. Danach folgten die Deportationen. Als GRÜNE JUGEND gedenken wir diesem schrecklichen Tag und fordern alle Menschen auf, dies ebenfalls zu tun. In Zeiten eines erstarkenden Rechtsextremismus dürfen wir die Augen vor unserer Geschichte nicht verschließen, sondern müssen uns kritisch mit ihr auseinander setzen. Geschichtsrevisionismus und einer Relativierung der Nazivergangenheit dürfen wir keinen Platz einräumen! Stattdessen müssen wir rechtsextremem Gedankengut entschieden entgegen treten. Doch die Große Koalition erschwert dies immer wieder - die Umstrukturierung der Finanzierung von Projekten gegen Rechts hat Anfang des Jahres das Aus für viele Projekte bedeutet. Und auch die ständige Debatte um ein erneutes Verbotsverfahren der NPD bindet politische Kräfte an der falschen Stelle.

Der 9. November hat viele Ereignisse begleitet. So fiel vor 18 Jahren die Mauer, die BRD und DDR trennten. Aus diesem Grund wollen wir auch allen Menschen gedenken, die in den Wochen, Monaten und Jahren vor dem Mauerfall für einen demokratischen Staat gekämpft und dabei ihre Freiheit und Leben aufs Spiel gesetzt haben. Die aktuellen Bestrebungen der Bundesregierung, Freiheitsrechte massiv zu beschneiden und die Grenzen zwischen Polizei und Geheimdiensten verschwimmen zu lassen, sieht die GRÜNE JUGEND auch wegen dieser Erfahrungen äußerst kritisch. Es zeigt, dass die BürgerInnenrechtsbewegungen auch Jahre nach der Wende und vor allem in letzter Zeit wieder verstärkt gebraucht wird."