NPD-Strukturen vor Ort
03.03.2005: Die GRÜNE JUGEND macht derzeit eine "Bildungsoffensive gegen Rechts". Als ersten Schritt beginnen unsere Ortsgruppen derzeit damit, die rechten Strukturen vor Ort zu analysieren. Hier ein Beispiel der Grünen Jugend Main-Tauber im nördlichen Baden-Württemberg, die die NPD vor Ort untersucht hat.
Februar 2005 - Deutschlands Parteien streiten sich über den NPD Aufmarsch am 8. Mai, die NPD sitzt, trotz der Diskussion über ihr Verbot, im Sächsischen Landtag und verteilt CDs an Schulhöfen.
Kurz gesagt: Die NPD ist in aller Munde. Doch was macht sie in unserem beschaulichen Main-Tauber Kreis? Der Main-Tauber Kreis gilt im NPD-Jargon bis jetzt noch als sogenanntes "weißes Gebiet", das heißt ein Gebiet ohne Kreis- oder Ortsverband der NPD. Das dies so bleibt, ist aber nicht sicher, denn auf dem Landeskongress der Jungen Nationaldemokraten (JN) wurde der Main-Tauber Kreis zum Gebiet des "Hauptschwerpunkt der politischen Arbeit der JN bis zum Sommer 2005" erklärt. Mit "interessanten Veranstaltungsreihen und Aktionen" will die NPD Boden gut machen.
Drei Veranstaltungen/Aktionen hat die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) bereits im Main-Tauber Kreis durchgeführt:
Den Anfang machte ein Infostand auf dem Marktplatz in Bad Mergentheim. Er fand wohl am 10. Mai 2004 statt. Laut NPD-Homepage soll der Infostand am 12. Juni 2004 abgehalten worden sein, was sich jedoch als glatte Lüge herausstellt: An diesem Tag war der Marktplatz von den demokratischen Parteien - der SPD, der CDU, der FDP und den Freien Wählern - und nicht von der NPD belegt.
Am 14. November 2004 fand eine "erfolgreiche Heldengedenkfeier" irgendwo im Kreis statt. 50 Teilnehmer, die wahrscheinlich aus der ganzen Region Heilbronn und Würzburg zusammengezogen werden mussten liefen "in Zweierreihen mit Fahnen voraus, zu Fuß zum Ehrenmal", um ihre Art der Geschichtsrevision zu praktizieren. Die gesamte Veranstaltung wurde von Polizei und Staatsschutz gefilmt.
Ein richtiger Hochkaräter - besser gesagt ein ziemlich dicker Apfel - besuchte am 22. Januar 2005 oder 26. Januar 2005 die Nationalen entlang der Tauber. "Der wohl bekannteste Mann des nationalen Lagers", Holger Apfel, Fraktionsvorsitzender der NPD im Sächsischen Landtag und stellvertretender Parteivorsitzender der NPD, lockte wiederum knapp 50 Personen zu einer Veranstaltung in ein Hinterzimmer irgendwo im Kreis. Er berichtete von der Arbeit der NPD Fraktion im Landtag - dazu gehört auch das Verlassen des Sitzungssaals während einer Gedenkminute für die Opfer des Nationalsozialismus.
Typisch für die NPD Aktionen ist das Verstecken vor der Öffentlichkeit. Termine und Veranstaltungsort werden nicht auf der Homepage und auch nicht in der Presse bekannt gegeben. Alle Informationen werden nur intern verteilt. Anscheinend hat man Angst vor zu viel Aufmerksamkeit und Widerstand und agiert deshalb ausschließlich verdeckt.
Trotz dieser versteckten Aktivität, scheint dieselbige in Hohenlohe und Main-Tauber jedoch Früchte zu tragen. Bei der Europawahl schaffte die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) im Main-Tauber Kreis prozentual eine Vervierfachung der Stimmen (von 0,3 % auf 1,2 %) - absolut sogar fast eine Verfünffachung der Stimmen (von 146 auf 703 Stimmen). Im Hohenlohekreis reichte es prozentual für eine Verdreifachnung und absolut fast für eine Vervierfachung (114 auf 442). Mit 1,2 % bzw. 1,1 % erreichte die NPD somit ihr bestes prozentuales Ergebnis und wohl den stärksten prozentualen Stimmengewinn in ganz Baden-Württemberg. Auch in den Gemeinden konnten gute Ergebnisse erzählt werden und es wurde teilweise sogar an 3 % gekratzt - Niederstetten 2,7 %, Creglingen und Assamstadt 2,0 %, Weikersheim 1,9 % und Bad Mergentheim 1,5 %.
Diese Analyse erschien zuerst auf dieser Seite der Grünen Jugend Main-Tauber