Breitenqualifizierung statt Elitenförderung!

01.12.2000: Auf dem Weg zur Elitenförderung? (Dezember 2000)

Die Hochschulpolitik im zweiten Jahrtausend steht vor neuen Herausforderungen. Forschung und Wissen über Umwelt, Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Technik müssen in einen produktiven Zusammenhang gebracht und für gesellschaftliche Handlungsstrategien nutzbar gemacht werden. Dies verlangt neue Themen und Fragestellungen der Wissenschaft, neue methodische Zugänge und die Reflexion der Wirkungen und Folgen von Forschung und Technik an den Hochschulen.

Hochschulen demokratisieren und öffnen

Wir wollen eine Hochschulreform, die die Hochschulen als Bildungs- und Forschungseinrichtungen (wieder) öffnet und demokratisiert, von staatlicher Bevormundung befreit und zugleich in die gesellschaftliche Verantwortung nimmt.

Die demokratische Mitwirkung aller Hochschulmitglieder muss gesichert, die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen auf allen Ebenen in den Hochschulen geregelt und der allgemeine und freie Hochschulzugang gewährt werden.

Gesellschaft und Wirtschaft benötigen künftig nicht weniger, sondern mehr hochqualifiziert ausgebildete Menschen. Niemand darf daher abgeschreckt werden durch bürokratische Hürden, numerus clausus und anfallende Kosten.

BAFöG

Mit der Einführung einer elternunabhängigen und bedarfsdeckenden Studienfinanzierung kann allen StudentInnen ein intensives, kreatives und umfassendes Studium - unabhängig von ihrer Herkunft - ermöglicht werden. Die Chancen für junge Menschen aus Familien mit geringen Einkommen - und nicht zuletzt für MigrantInnen und Frauen - ein Studium aufzunehmen, werden hierdurch verbessert.

Hürden

Wir lehnen finanzielle Zugangshemmnisse und Sanktionen in Form von Studiengebühren, Prüfungsgebühren, Bildungsgutscheinen, Gebühren für höhere Semester oder Einschreibe- und Rückmeldegebühren ab. Das gilt auch für weitere Hürden in Form einer spezifischen „Studierfähigkeitsfeststellung" zusätzlich zur Hochschulzugangsberechtigung oder einer hochschul-internen Auswahl von StudentInnen auf Basis von Prüfungen bzw. Auswahlgesprächen. Wir fordern freien Hochschulzugang für jede/n.